Beiträge von Hans Kaschinski

    Ich schlage vor, das zu prüfen. Ich bin Jurist, aber vielleicht wäre es besser, wenn das eine hiesiger Kollege übernimmt, der hier seine Ausbildung auch hier genossen hat. Als Kore käme ich mir in einer so wichtigen Frage doch etwas unzureichend qualifiziert vor, jedenfalls ohne längere Einarbeitung in das hiesiege Staats- und Verfassungsrecht, auch wenn das jetzt sowieso nötig wird.

    Danke, gut zu hören.


    Aber das war nicht meine Frage, sondern ob sie Monarchisten sind. Einem echten Sozialdemokraten ist die Monarchie als Überbleibsel aus der alten Zeit doch bestenfalls gleichgültig - soweit und nur soweit sie mit Parlamentarismus verbunden ist - das ist jedenfalls meine Überzeugung. Ein ungewählter Monarch von Gottes Gnaden ist ja eigentlich der Gegenentwurf zu unserer Überzeugung. Wie gesagt, "eigentlich", ich weiß, daß es auch schon monarchistisch gesinnte Sozialdemokraten gab. Und auch unter Arbeitern gibt es wohl Monarchisten, auch wenn sie andererseits wieder über die oberen Zehntausend schimpfen und spüren, daß da etwas nicht stimmt. Bei uns in Korland gibt es quasi keine Religionslosen, aber Leute, die man schon lange nicht mehr ind er Kirche gesehen hat usw.

    Das wäre auch sehr bedauerlich, wenn wir uns nicht weiterentwickeln würden.


    Meinen Sie damit sich, Hoheit, oder die Sozialdemokratie? Wir sind im Grunde für alle da, vertreten aber eben die Interesssen der Werktätigen zuerst, weil diese am stärksten Benachteiligt sind.


    Ich glaube, ich prrsönlich würde in der Frage der Monarchir eine Volksabstimmung befürworten, wieüberhaupt in allen Frsgen einer neuen Verfassung.

    Das werden wir bestimmt!


    Vor Innereien ekelt sich nach 5 Jahren Hunger wirklich fast niemand mehr, jedenfalls kein Arbeiter. Wir haben in Korland aber auch davor schon alles verwertet, wir sind ja arme Leute gegen Euch. Aber das klingt interessant und ich wußte gar nicht, daß es den gibt.

    Das freut mich und sicher auch die Genossen, vor allem, weil die seyffensteinische Küche ja einen guten Ruf genießt in der Welt. Wobei die Eure schon abwechslungsreicher ist. Südfrüchte, das konnte sich ein Arbeiter bei uns bisher höchstens an Weihnachten erlauben und an ein paar Feiertagen im Jahr.


    Oder ausländische Küche, das war ja für den Normalmenschen auch unerreichbar. Wobei es ein paar Lokale gab, aber die bekamen dann ja nur schwierig an etwas heran. Den wohl einzigen Chinopen Korlands, Tschenn Li, und seine Frau kennt man zwar in ganz Kaisersburg aber mit chinopischer Küche hatte es am Ende doch meist nicht viel zu tun... Jetzt ist das aber anders, wo er an die Zutaten kommt.

    Das ist eine - ich will mal sagen - "löbliche" Haltung. Wir Sozialdemokraten, sind als Vertreter der Werktätigen natürlich nicht der natürliche Verbündete des Monarchen wie die Junker usw. Aber es ist natürlich gut, wenn wir uns diesmal im Fall der Fälle nicht feindlich gegenüberstehen, wie einst, in gewissen Rahmenfragen.


    Ich muß zugeben, das Haus XXX (den Namen müßte man mal dringend ausgestalten) hat sich im Exil eine moderne und menschfreundliche Haltung zugelegt. Es bleibt nur zu hoffen, daß sich das auch später nicht ändert, nach einer Restauration der Monarchie. Aber das soll jetzt keine Verdächtigung sein, aber wie gesagt, die Sozialdemokratie hat eine gewisse Distanz zur Monarchie, wobei das aber auch individuell verschieden ist.

    Das war unsere Position von 1928. Es gibt momentan offen gesagt keinen Beschluß darüber, ob wir für oder gegen die Monarchie sind, bis jetzt stand das ja nicht auf der Tagesordnung, sondern eher diese unsägliche Regelung, daß das Verbrecherregime der VF künftig die Hälte der Sitze in der Landkammer einfach so besetzen kann, womöglich gar ohne Wahl. Denn bisher mußten sich die Kandidaten der VF ja wenigstens pro Forma noch einer Wahl stellen.

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    Geöffnet zu halten, wollten königliche Hoheit sagen, nicht wahr? Allerdings könnte ich mir den schon vorstellen, der Lärm, der durch eine solche Gaststätte zuweilen entstehen mag bzw. die - nun ja - Vervolkstümlichung der Residenz. Aber in der Tat, das Schloß liegt ja ohnehin mitten in der Stadt...


    *so*Das RL-Pendant war auch schon vor 1918 offen, allerdings war Königsberg ja nicht Hauptresidenz, sondern Berlin.*so*

    Nicht nötig Herr Grigoleit.


    Steht auf und geht auf die anderen Gäste zu.


    Dürften Wir uns zu den Herrschaften setzen?

    Blickt den Herzog etwas verwundert an.


    Zu uns königliche Hoheit? Ja, wenn Ihr Euch zu uns Sozialdemokraten setzen wollt... Ich habe mir sagen lassen, wir seien beim Thron nicht gar so beliebt. Die Sache 1928...


    [Forderung nach parlamentarischer Monarche und dann Ende der Monarchie]

    Hah! Es gibt schlimmeres. Wesentlich schlimmeres.

    Ja, wollen wir überhaupt bleiben? Die Bestellungen sind ja noch nicht entgegengenommen - gerade als der Herr Herzog hineinspzierten, wollte ich nach dem Kellner rufen - wir könnten auch in den Stadtkrug gehen, oder was weiß ich. Ob wir hier jetzt überhaupt noch bedient werden, wenn das Personal vom "Hausherrn" "inspiziert" wird?


    Und da wird jetzt jeder einzelne buckeln, denn wenn er den Schloßkeller dicht macht, ja dann verlieren die Leute ihre Arbeit. So ist es doch, Genossen!


    Ein Genosse: Nee, nee wir lassen uns doch nuscht nich vertrejben.


    Gut, das sit also Deine Meinung Schmidt, sonstige Meinungen?

    Betrachte das Schauspiel mit äußerst gequälter Mine. Zu den Genossen in gedämpfterLautstärke


    Ist es zu fassen? Kaum ist der Herzog wieder im Land geht auch schon die Kratzbuckelei wieder los. Ist es zu fassen und das nach 90 Jahren... Diese ewigen Untertanen...

    Gut, wird bestellt. Die etwas säuerliche Kapernsoße mag erst ungewohnt sein, aber dann sind sie herrlich. Das Dunkle haben - glaube ich - sogar ursprünglich Seyffensteinische Protestentanten mitgebracht...


    Erkundigt sich nach den übrigen Wünschen, wobei es über den Begriff "Rotkomst" und Kartoffeln einige Überlegungen gab, bis einem nach der Beschreibung mit einem Lachen kam, das sind ja "Blaukraut" und "Erdäpfel" und diese Klopse das waren so eine Art "Fleischpflanzerl" oder Faschiertes in Form kleiner Knödel. Die mitgekommenen korischen Genossen bestellen selbst, wobei so manchem die Preise hier Magenschmerzen bereiten, es ist ja nicht jeder Genosse ein Rechtsanwalt.



    Ach ja, wie köstlich, in der Küche heißt es wirklich überall anders, was Ihr Paltschinken nennt, dazu sagen wir Plinsen, in Dreibüregn aber Pfannkuchen, habe ich gehört, in Reichstal ist das aber wieder was anderes, da heißt es Eierkuchen und die Pfannkuchen sind dick und rund.


    Aber laßt uns anstoßen, auf die brüderliche Verbundenheit und daß wir alle den Schloßkeller noch einmal sehen konnten. Ob man da noch jemanden reinläßt, wenn der Herzog hier wieder Residenz nimmt, erscheint doch in gewisser Weise fraglich.

    Trifft mit den Genossen aus dem Reich ein.


    Was eßt Ihr, Genossen? Einmal Kaisersburger Klopse in Kapernsoße und ein Bier?


    Also Biere haben wir hier in reichlicher Auswahl, ob einfaches Helles, Märzen, Lager /Export oder Dunkles, oder was auch immer ihr mögt. Ich glaube Valbronner Brauart gibt es auch, aber das ist selten bei uns. Alkoholfreies Bier ist leider noch nicht so recht angekommen, es gibt nur eines für Autofahrer mit einem sehr geringen Alkoholgehalt, aber das ist Dünnbier und würde ich unbedingt meiden, hier ist es wohl ohnehin nicht zu haben.


    Aber Ihr könnt natürlich auch aus der Karte wählen, einen guten Schluck Wein oder Fruchtwein oder Met gibt es hier natürlich auch und Speisen vieler Art, Rolbraten, Schweinebraten mit Rotkomst und Kartoffelpüree, Rehbraten, Hirschbraten einen Bärenfang als Apperetiv oder Nachtrunk müßt ihr natürlich auch mal probieren. Es gibt aber natürlich auch Selterswasser oder Süßmoste bzw. Säfte.


    Wobei ich glaube, die Speisekarte wird jetzt auch schon etwas internationaler sein, als ich das letzte Mal da war. Aber international gibt es ja überall.

    Wirft einen Blick in die Papiere


    Hm, Katalysator, das dachte ich mir, dann können Sie Blei- oder Eisenbutylenzusatz schon mal nicht tanken, also bloß kein Plumbolin oder Ferrolin, das es an den privaten Tankstellen meist gibt, das läuft auf Totalschaden heraus, habe ich jüngst gehört. Wenn Sie auch keinen Alkoholzusatz wollen, das wäre Agrolin, was es an den Tankstellen die von Nährstand und Branntweinmonopolverwaltung betrieben werden, dann bliebe eigentlich nur Benzolgemisch, sogenantes "Benzolin", das es vor allem an den Tankstellen des Staatsbergbaus gibt, oder hinter die ehemalige Grenze zurück. Unser Benzin wird ja hauptsächlich aus Kohle hergestellt, aber zum Teil auch aus pflanzlichen Rohstoffen un der rest wird eben importiert. Das ist nicht immer alles so perfekt wie bei Ihnen, unsere Autos sind nicht so empfindlich. Man kann das mit unsern Autos auch durcheinander tanken, auch wenn die meisten "ihre" Tankstelle haben.


    Aber das dauert mindesten zwei Stunden bei der gegenwärtigen Verkehrslage hin und zurück und dann müßten Sie ja noch einmal tanken, um den Tank voll zu machen. Eine Tankstelle des Staatsbergbaus ist aber gleich um die Ecke. Da wird man mit dem Benzolgemisch richtig hochmüssen 1:1 oder so. Es könnte natürlich sein, daß eine Tankstelle schon die modernen Additive aus dem Reich hat, aber sie sehen ja, ich fahre dafür den falschen Wagen...

    Na dann gehen wir doch ins Blutgericht - der Name mag abschrecken, aber das ist historisch, das ist ein bekanntes Weinlokal in dem man sehr gut ißt. Kaisersburger Klopse in Kapernsoße zum Beispiel.


    Vielleicht etwas bürgerlich aber ganz in der Nähe und wer weiß, ob man da so bald noch einmal reinkommt, wenn der Herzog zurückkehrt. Ich habe da so etwas Leuten gehört, man muß aber eigentlich auch nur eins und eins zusammenzählen. Und keine Sorge, das bezahle ich, ich bin Rechtsanwalt, ich kannn mir das leisten. Das geht nicht zu Lasten der Parteiarbeit.


    Ich glaube Du sagtest es bereits bei unserem Gespräch in Syffia. Eine richtige Demokratie seid ihr dann aber auch nicht und wir müssen nicht nur hier kämpfen. Das hoffe ich auch, daß bald andere Zeiten anbrechen.