Beiträge von Paul von Stanzler

    Von den Behörden wird dieses Spiel aufgrund der sehr gegensätzlichen politischen Auffassungen der beiden Völker als Hochrisikospiel eingestugt. Entsprechend sind die Fanblocks durch eine größere Zahl an Sicherheitskräften getrennt und am Eingang sind verschärfte Sicherheitskontrollen wie Personendurchsuchungen zu erwarten.

    Bereits seit 14:15 Uhr sind die Zugänge der Zuseherbereiche geschlossen - der Platz scheint bereits etwas überfüllt, selbstverständlich aber alles im Rahmen der Regularien. Ledigliche akkreditierte Pressevertreter und Angehörige der Nationalen Fussballverbände erhalten nun noch Zutritt.

    Gründlich kontrollieren die provisorischen Polizeikräfte jeden einzelnen Besucher, der das abgesperrte Gelände betritt. Da der Eintritt frei ist, ist besonders auch auf eine rechtzeitige Schließung der Zugänge geachtet, um die Anzahl der Zuseher in einem verträglichen Rahmen zu halten.

    Der Fährmannskrug ist nicht nur das einzige Lokal im Ort, sondern auch die einzige Adresse an der man noch ein Fremdenzimmer beziehen kann. Von Stanzlers Büro hatte dieses Zimmer bereits telefonisch reserviert (eine Website besitzt das kleine Lokal nicht) und daher konnte der Inspektor nach dem circa zehnminütigen Gang durch den verschneiten Ort vom Bahnhof direkt denselben Raum beziehen. Dort legte er Dienstwaffe und Handschellen (die er beide unter dem Mantel getragen hatte) ab, deponierte seinen Koffer in einer Ecke und verschloss seine Dienstutensilien sicher im Zimmertresor. Kurz darauf legte er sich zur Ruhe - die Ermittlungen würden ohnehin erst morgen beginnen können.

    Mit dem Regionalzug RZ01 aus Bronn erreichte Direktionsinspektor von Stanzler gegen halb zwölf Uhr Mitternacht das kleine Örtchen Vodá. Die Uhrzeit war aufgrund seiner Verpflichtungen in der Bundeskriminaldirektion Bronn entstanden, die keine frühere Anreise ermöglichten. Ohnehin sollte mit der Angelegenheit möglichst behutsam umgegangen werden, hieß es, und daher nahm der Inspektor seinen kleinen Koffer und machte sich auf den Weg in den Ort.