Besuch Anna von Ehrenfels

  • Auf dem Empfang der Baronesse hat Anna sich sehr gut unterhalten und sich auch mit der Gastgeberin ausgezeichnet verstanden. Ein weiterer Besuch wurde daher vereinbart zum besseren Kennenlernen. Darüber hinaus hat Anna allerdings noch ein etwas handfesteres Anliegen. Sie wurde zwar kürzlich in den Grafenstand erhoben, verfügt aber bisher nicht über ausreichende Mittel für einen standesgemäßen Wohnsitz und einen entsprechenden Lebensstil. Sicher, ihr Gehalt als Landespolitikerin ermöglicht ein sehr komfortables Leben, noch dazu sind ihre Eltern vermögend, zur Unterhaltung einer gräflichen Residenz bräuchte es aber weitere sichere Einkünfte. Die Baroness steht, wie ihr bekannt ist, vor ähnlichen Herausforderungen beim Unterhalt ihres Schlosses, vielleicht lässt sich da ja ein wenig lernen.

    Am Schloss angekommen steigt Anna aus ihrer Dienstlimousine aus. Es soll ein zwangloses Treffen sein und sie ist dementsprechend gekleidet in einem schlichten aber hübschen Sommerkleid. Am Haupteingang betätigt sie schließlich die Klingel.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

    Seyffensteinische Landesrätin

    Mitglied des Erzherzöglichen Konvents

    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Anna betritt den Prunksaal und begrüßt die Baronesse recht formlos. Man hat sich auf dem Empfang bereits gut unterhalten und Anna hat Magda im Laufe des Abends das Du angeboten.


    Hallo Magda, vielen Dank, dass du mich heute empfängst. Da du jetzt auch Bürgermeisterin bist hast du sicher noch eine Menge zusätzlicher Pflichten. Natürlich nicht zu vergessen, dass du jetzt Mutter geworden bist. Ich freue mich ja so für dich!

    Sie lächelt freundlich.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

    Seyffensteinische Landesrätin

    Mitglied des Erzherzöglichen Konvents

    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Magda freut sich sehr über Annas Besuch.


    Ja, aber ich bin es gewohnt geschäftig zu sein. Ich würde es nicht anders haben wollen, mir wird schrecklich schnell langweilig und dann bin ich unerträglich. Aber die Aufgabe eine Mutter zu sein ist tatsächlich die herausfordernste, denn darin habe ich keinerlei Erfahrung...

  • Da geht es mir nicht anders. Parteivorsitzende, Landesrätin, Mitglied des Konvents und zwischen all dem versuche ich noch, bald meine Jus-Abschlussprüfung abzulegen.

    Dass selbst ihr es manchmal etwas zu viel wird verschweigt sie dabei allerdings. Sie mag Magda bereits sehr, doch noch kennen sich die beiden nicht gut genug als dass sie darüber sprechen würde, vielleicht aber bald.


    Ich kann mir vorstellen, dass sich da eine ganz neue Welt für dich aufgetan hat. Ich hätte selbst gerne Kinder aber erzwingen kann ich es ja nicht, das müssen meine Eltern auch einsehen, vor allem meine Mutter, die lässt mir keine Ruhe mit dem Heiraten und Kinder kriegen und seit meiner Erhebung in den Grafenstand ist es noch viel schlimmer geworden!

    Sie schmunzelt dabei leicht, um zu zeigen, dass sie es ihrer Mutter dann doch nicht richtig übel nehmen kann.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

    Seyffensteinische Landesrätin

    Mitglied des Erzherzöglichen Konvents

    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Tja ich habe keine Eltern mehr die mich dort hätten beeinflussen können...


    Und würden sie noch leben, hätten sie es auch nicht getan.


    ...ich bin ja nun wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Es dürfte ja auch hierzulande allgemein bekannt sein, dass ich die Gesellschaft von Frauen bevorzuge.


    Ich hoffe sie fühlt sich jetzt nicht unwohl deshalb...


    Aber Dieter ist eine echte Bereicherung für mein Leben und ich habe Glück, einen lieben Jungen zu haben... aber die Lümmeljahre kommen ja auch erst noch...


    Lacht.

  • Es muss furchtbar sein, die Eltern in so jungen Jahren schon zu verlieren. Ich könnte es mir trotz allem nicht ohne sie vorstellen.

    Ihr ist natürlich bekannt, dass Magda sich vor allem für Frauen interessiert, deshalb zeigt sie dabei auch keine besondere Reaktion. Unwohl fühlt sie sich jedenfalls nicht. Sie hat keinerlei Vorbehalte gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe an sich, ist aber so konservativ, dass sie diese nicht einer traditionellen Ehe gleichstellen würde, wie es die Verfassung im liberalen Nordhanar vorsieht. Damit ist sie in Nordhanar reaktionär, in Dreibürgen wäre sie irgendwo in der Mitte und in Korland ultraliberal.

    Dir gefällt es in Nordhanar bestimmt in vielerlei Hinsicht besser als in Dreibürgen, das gesellschaftliche Klima ist hier jedenfalls liberaler. Ich bin mir aber sicher, dass sich Dieter keine bessere Mutter als dich wünschen könnte.

    Wobei es für ihn sicherlich nicht verkehrt wäre wenn er noch eine männliche Bezugsperson hätte.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Ja das Klima hier ist viel liberaler. In Dreibürgen war ich oft die Skandalbaronesse, hier bin ich wohl eher durchschnittlich...


    Lacht erneut.


    Ich gebe aber zu, dass ich mir professionelle Hilfe durch eine Erzieherin geholt habe. Frau von Anstetten leistet da hervorragende Arbeit. Aber nun zu dir, wie ist es dir ergangen? Hat sich deine Mutter von dem positiven Schock erholt?

  • Das war sicher eine gute Entscheidung, neben den Pflichten einer Baronesse und dem Amt der Bürgermeisterin wird man von dir wohl kaum erwarten können, ohne jede Hilfe für ein fünf Jahre altes Kind zu sorgen. Was meine Mutter angeht, sie hat sich schnell erholt und mittlerweile dürfte ihr gesamtes Umfeld wissen, dass ich jetzt Gräfin bin. Mir tun die armen Leute schon ein wenig leid, die sich das immer anhören müssen. Wer meine Mutter kennt, braucht keine Klatschpresse mehr. Sie hört auch nicht damit auf, mir vorzuhalten, wenn ich jetzt als Gräfin heiraten könnte.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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  • Oh man, tut mir leid für dich. Man macht sich selbst ja schon immer genug Druck. Also ich jedenfalls. Da kann man nicht auch noch Druck von außen gebrauchen. Ich hatte halt den Vorteil, dass es immer nur mein eigener Anspruch war, dem ich gerecht werden musste. Aber das hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.

  • Ja, meine Eltern machen mir schon sehr viel Druck, meine Mutter mehr als mein Vater. Es ging ihr schon immer darum, dass ich in der Gesellschaft aufsteige, am besten bis in den Hochadel. Auf jeden Fall sollte ich mehr werden als eine untitulierte Adlige. Ich möchte ihr da aber auch keine Vorwürfe machen, sie meint es ja gut und es ist eben ihre Art, für mich das Beste zu wollen, wenn es auch nicht immer tatsächlich das Beste war.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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  • Ist das heutzutage denn noch so wichtig? Ich bin Baronesse, wozu mehr? Geld ist doch leider das, worauf es ankommt. Ein Titel öffnet vielleicht ein paar Türen, automatisch wohlhabend oder reich macht er dich nicht. Manchmal sind die Verbindlichkeiten daraus sogar größer als bei anderen Leuten.

  • Ein Titel alleine bringt nicht automatisch Einkommen, da hast du Recht. Allerdings verschafft einem die Zugehörigkeit zum Hochadel Beziehungen, die den Zugang zu einträglichen Hofämtern eröffnen. Die Großherzogin von Kurbad beispielsweise kann ihren Lebensstil allein durch ihre Apanage als kaiserliche Prinzessin und ihren Posten im Kronrat Seyffensteins finanzieren. Katharina hat neben ihrem Hofamt noch ihre weitläufigen Ländereien, die einiges abwerfen, Agrar- und Forstwirtschaft, Weinbau und dergleichen. Mir hat der Titel bislang noch keine materiellen Vorteile gebracht. Natürlich kann ich mich nicht beklagen, ich gehöre schließlich auch zur Oberschicht des Landes, meine Eltern sind vermögend und ich lebe als Landesrätin und Abgeordnete sehr komfortabel. Für einen standesgemäßen Lebensstil müsste ich aber noch weitere Einnahmequellen erschließen.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Deine Probleme möchte ich haben. Sagt dir "verarmter Adel" was? Ich hab hier eine Recht verschuldete Baronie geerbt und musste einige Strippen ziehen um die Finanzen in den Griff zu bekommen. Vor 30 Jahren gab es hier 20 Bedienstete, ich habe drei Angestellte und ein Kindermädchen. Mein Empfang vor ein paar Wochen hat so ziemlich die letzten Reserven gekostet. Ich kann nicht Baronesse als Hauptberuf sein, damit würde ich das Schloss nie halten können. Und Bürgermeisterin ist nur ein Ehrenamt. Für die Tätigkeit als Bezirkshauptfrau bekomme ich eine Besoldung, das hilft.

  • Magda, versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte dir sicher nichts vorjammern, dazu habe ich kein Recht. Ich weiß, wie schwierig die Lage der Baronie ist und ich bewundere dich dafür, wie du diese Herausforderung bisher meisterst. Erst die Investition in den Windpark, dann die Schokoladenfabrik. An Ideen mangelt es dir wahrlich nicht.

    Anna lächelt und hofft, dass sie auf Magda nicht zu sehr wie eine abgehobene Neugräfin mit Luxusproblemen wirkt.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

    Seyffensteinische Landesrätin

    Mitglied des Erzherzöglichen Konvents

    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Das klingt doch schon sehr erfreulich. Jedenfalls gelingt es dir, die Baronie über Wasser zu halten. Wenn es irgendetwas gibt, was ich für dich tun kann, lass es mich bitte wissen. Ich bin zwar keine Bajarin aber als seyffensteinische Landesrätin habe ich schon die eine oder andere Möglichkeit.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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    Vorsitzende der Christlichen Reichsbewegung

  • Du hast es jedenfalls sehr schön hier. Ich fühle mich zwar bisher sehr wohl in Syffia aber ich könnte mir auch vorstellen, auf dem Land zu leben. Vielleicht nicht unbedingt in einem richtigen Schloss aber ein schöner kleiner Gutshof würde mir auch gefallen.

    Ihre Erlaucht

    Gräfin Anna Henrietta von Ehrenfels

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