• Zufällig befindet Bebel sich auch in diesem Café, warum auch nicht? Personen des öffentlichen Lebens, die sich in Cafés und Kneipen setzen, sind weder in Darusien noch sonstwo in der Welt etwas besonders ungewöhnliches.

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Pustet die Fingernägel trocken und nimmt noch einen Zug aus der Zigarette.


    Buenas tardes, señor Rivero.


    Lassen Ihnen die Verpflichtungen als Revolutionär noch die Zeit ein Café zu besuchen? Vor allem mein Mann wird Ihnen doch den letzten Nerv rauben!?

  • Buenas tardes, señora Asteron. Glücklicherweise muss ich nicht pausenlos alleine revolutionieren, so dass gelegentlich auch mal Zeit für den Besuch eines Café bleibt. Es gab tatsächlich Zeiten als Ihr Mann mir den letzten Nerv raubte, vor allem in den ersten Jahren nach der Revolution. Inzwischen scheint er aber ein wenig gemäßigter zu werden.

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Ja, aber überwunden hat er es noch lange nicht, daß Sie die Güter seiner Familie in der Bodenreform haben enteignen und "verteilen" lassen, die kleine Manufaktur für Seifen, Parfüm, Pomade und so stammt ja aus meiner Linie.


    Da muß ich Ihnen fast dankbar sein, wir standen vor der Revolution kurz vor dem Konkurs, jetzt reißt man uns das Zeug aus den Händen. Aber wirklich kann ich es auch nicht, hätte ich meinen Mann vor der Revolution geheiratet, wäre jetzt alles weg, dann wären wir ja Großkapitalisten gewesen und die Klitsche nur Anhang. Aber andererseits wieder doch, einen Adligen hätte ich mir vor der Revolution nicht angeln können.


    lacht und macht die nächste Zigarette an


    Sind Sie eigentlich immer noch Nichtraucher? Kann aber auch sein, daß ich Sie da ganz und gar mit jemand verwechsle... Sonst würde ich Ihnen eine anbieten, auch wenn Sie Kommunist sind!

  • Sie profitieren wahrscheinlich auch davon, dass traditionelle Herrenfriseure seit ein paar Jahren überall wieder im Kommen sind. Mittlerweile gibt es an fast jeder Straßenecke einen, nicht nur in Darusien. In Astor sagen die ja Barbershop dazu.


    Nein danke, ich rauche nicht. Ein gelegentlicher Dosta Libre ist mein einziges Laster.

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Das aber auch daß Dreibürgen, Nordhanar und Korland seine Pomadenmassen und Rasierseifen usw. nicht mehr so einfach in den darusischen Markt drücken können..


    Bei mir ist das eher eine Spedition...


    lacht


    So einen könnte ich auch mal wieder vertragen..


  • Wer hätte gedacht, dass am Ende auch noch die Kleinunternehmen was von der Revolution haben.

    lacht

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Das nicht aber es war ein erwartbarer Nebeneffekt. Dabei sind wir ja nicht einmal der größte Feind. Wir Sozialisten müssten uns noch richtig anstrengen, würden wir so viele Kleinunternehmen zerstören wollen wie es der Monopolkapitalismus bereits getan hat und jeden Tag nach wie vor tut, ob in Dreibürgen, in Albernia oder in Astor.

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Dann müßte ich Ihnen eigentlich dankbar sein,


    schmunzelz


    allerdings weiß ich ja, das unsere kleine Firma auch irgendwann dran sein, wird, wenn es nach Plan geht. Noch glauben Sie uns zu brauchen, weil wir flexibler arbeiten als die Kooperativen und Kombinate und weil es vielleicht zu viele Betroffene gäbe und natürlich stammt mein Mann aus dem grundbesitzenden Adel, ich habe das nicht verloren, weil ich es nie hatte.


    nimmt den nächsten Zug von ihrer Zigarette, diesmal bedächtiger


    Gibt es dafür schon Pläne, wann es ganz aus sein wird, mit uns Unternehmern?

  • Es gibt auf dem linken Flügel der PSU sicher Leute, die lieber heute als morgen jede Klitsche vergesellschaften würden, die Mehrheit der Partei ist aber nach wie vor der Auffassung, dass nicht das darusische Kleinbürgertum sondern der dreibürgische Imperialismus der Hauptfeind ist. Der Erfolg der Revolution liegt in einer breit aufgestellten Bündnispolitik. Viele Menschen unterstützen die Revolution, nicht weil sie Kommunisten sind wie sie im Buche stehen sondern weil sie gemerkt haben, dass sich dadurch vieles in ihrem Leben verbessert hat, man denke z.B. an die tiefkatholische Landbevölkerung, die von der Aufhebung des Adels und der Zerschlagung des Großgrundbesitzes profitiert hat. Dank dieser Bündnispolitik führt die offene Konterrevolution seit Jahren das reinste Schattendasein Es wäre doch die reinste politische Idiotie, das Kleinbürgertum in Stadt und Land mit überzogenen Kollektivierungsplänen aufzubringen und so die Konterrevolution zu stärken. Die wartet nämlich nur darauf, stark genug zu werden, um das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen und Dreibürgen mit hineinzuziehen.

    Augusto Javier Rivero Diaz, auch bekannt unter dem Namen Bebel

    USR-Außenbeauftragter

    Mitglied des ZK der PSU

  • Das haben Sie wohl zutreffend erkannt, Senior Rivero! Bleibt es bei Ihrer Linie, dann werden Sie den Sieg wohl für die nächste Zeit sicher haben, setzt sich aber die radikale Linie durch, dann könnte es anders für Sie und die Revolutionäre aussehen...


    Wendet sich dem anderen Herrn zu


    Guten Tag Senior!

  • Schwerhörige wie er nun mal ist dring nur Revoltion an sein Ohr. Begeistert ruft er aus.


    Wir müssen die Revolution in Welt hinaustragen, das ist unsere heilige Pflicht.


    So wie er da steht, die Arme gen Himmel gestreckt , hätte er auch ein Jesuiten-Missionar sein können.

  • Hat inzwischen doch einmal sein Hörgerät genutzt , den sonst würde er kaum ein Wort verstehen.


    Senor Rivero, auch Bebel genannt, Sie sind mir selbstredend bekannt, auch wenn wir uns erst heute gegenüberstehen.

    Nun ich war immer das so genannte schwarze Schaft, schon als Kind war ich lieber mit den Kinder der Plantagenarbeiter zusammen ,als mit meines gleichen, was mein, verzeihen Sie Senora, hinter oft genug zu spüren bekam.

    Als dann während des Studiums eine Kommilitonin mit den Schriften von Marx und Engels vertraut machte, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, ähm Augen.

    Ich beendete mein Studium , promovierte und ging dann auf Reisen. Nach San Cristobal bin ich nie wieder zurückgehehrt.

    Ich war Arzt in den Protektoraten der Manschu und Towa ,sowie in den der Pueblu in Dreibürgen. Ich sah das Elend in Astor.

    Dort verfasste ich Schriften wieder die Verhältnisse unter dem Pseudonym Heinrich Demuth.

    Ich versuchte die Massen zum Aufstand zu bewegen , jedoch vergeben, zu sehr waren waren jene in der Lethargie gefangen. Ergo zog ich frustriert weiter.

    Erst in Masowien kam ich zur Ruhe, dort holte ich mir das geistige Rüstzeug für die weltumspannende Revolution.

    Nun habe ich mich hierorts niedergelassen und sowohl als Mediziner wie auch als Politiker zu wirken.