Altmikronationaler Stil

  • Dann betrachte es als Kompliment.


    Mir geht es ja auch so mit "keine Lust mehr", aber wenn ich bei jeder meiner ID immer spontan posten könnte, ohne daß die ID zu inkonsistent wird oder nach meiner eigenen Persönlichkeit hin verfälscht, dann wäre ich froh.


    Mal angenommen, einer will eine Deiner IDs bestechen, wüßtest Du sofort wie sie reagiert und weiter, würdest Du nicht überlegen, ob Du Dich auf die Konsequenzen einlassen willst? Sagen wir mal, wenn die Entdeckung dieser Bestechung in der Hand eines anderen Spielers liegt. Jetzt kannst Du natürlich sagen, auf dergleichen lasse ich mich prinzipiell nicht ein, wenn einer was von mir will, soll er mich SimOff kontaktieren, aber das ist ja dann auch keine eigentliche Verarbeitung des Problems.

  • Warum ich das nicht weiß? Weil ich nicht mal immer sagen könnte, wie ich mich selbst unter mir unbekannten Umständen verhalten würde. Ich frage mich gerade, was wohl herauskäme, wenn man eine Zeitmaschine hätte, in die Vergangenheit reisen könnte, die Menschen befragen, wie sie sich verhalten werden in ihrem Leben, dann die Erinnerung an diese Befragung auslöschen und sie am Ende ihres Lebens mit den Antworten konfrontieren. Wie viele mögen sich dann wirklich so verhalten haben, wie sie es vorausgesagt haben?


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    Ansonsten:


    Der Kernsunterschied zwischen dem alten und dem neuen Stil dürfte auch sein, daß man damals oft keine Ausgestaltung im Voraus festlegte, sondern sie im laufenden Spielbetrieb InSim festlegte. Wer mal in das chinopische Forum geht und sich die Namen der ersten Spieler dort ansieht, wird vielleicht mit einem gewissen Erstaunen feststellen, wie viele keine zu China passenden Namen haben. Damals war die Ausgestaltung kaum vorhanden und eher eine freundlcihe Empfehleung, es war durchaus möglich, daß die Spieler sie änderten. Der Forenbetreiber wurde mehr als Dienstleister wie der Platzmeister angesehen, die Grenze quasi das Strafrecht, alles übrige regelten die Spieler, gefiel das dem Admin nicht, was rauskam, wechselte man zur Not halt das Forum.


    Ein Admin der gesagt hätte, die und die Leute will ich hier überhaupt nicht haben, der hätte dazu faktisch der Zustimmung der Mitspieler bedurft. Er war schlicht nicht Herr im Eigenen Haus, kaum einer dachte, daß ihm das Konzept gehört, es hatten ja alle ihren Anteil dran.


    Ob sich das geändert hat, weil eine andere Sorte Mensch in die MNs kam, oder weil man damit schlechte Erfahrungen gemacht hatte, ist schwer zu sagen.


    Ein Kernproblem der alten MN-Konzepte war jedenfalls, daß sie eigentlich nur mit einer großen Spielerzahl stabil zu bespielen waren. Diese große Spielerzahl gab es auch früher eigentlich nie. Aber in einer MN mit 500 Spielern bräuchte man sich sicher nicht groß abzustimmen, da würde man einfach die Regierung und Ausschüsse für Ausgestaltung wählen und dann vor dem Parlament oder der Spielerversammlung darum kämpfen. Hat man aber nur drei Spieler, wird ein System, wo man nur sich selbst spielt und nur für seine Interessen eintritt schnell zur Lachnummer. Ein oder zwei neue Spieler können alles umstoßen und alles hängt schlicht vom Zufall ab, die MN simuliert nicht, außer vielleicht ein Eisenbahnabteil in das laufend Leute ein- und Aussteigen und sich der Kurs ständig ändert, oder auch das Gegenteil eine lange Reise mit den immer gleichen Reisenden.

  • Klar kenne ich das. Als wir mit Futuna anfingen stand absolut nichts, wir waren ja nur der unbequeme Teil aus Hedonesia, der sich mit dem Rest der Gemeinschaft überworfen hatte. Der Sha hieß ewig Ernest Henderson und dann Joshua Henderson bis ich nach dem Weggang des Spielers Yaashur al-banabi daraus machte. Faantir Gried war ein Einhorn, Saeed Habib hieß Robert Surcouf. Wir hatten das Tribunal als Parlament. Eine Bürgerin hieß Anneli Jeetimäki oder so ähnlich.


    Das hier ist die Erstform der Geschichte Futunas, erzählt von Faantir Gried, leidenschaftlicher Teetrinker, Distelzüchter und Herr der Kamele:




    Ich soll Ihnen also die Geschichte unseres Landes erzählen. Gut, dass Sie zu mir gekommen sind und nicht zu den komischen Typen, die sich Historiker schimpfen, aber lieber in ihren Bibliotheken verstauben, als die Kultur und Geschichte ihres eigenen Landes per Kamel zu entdecken. Noch etwas Tee, es könnte länger werden?


    Fangen wir mit der Frühzeit an: Vor etwa 25.000 Jahren kamen die ersten Einwanderer in unser Gebiet, es waren Bauern aus dem Süden, keine Höhlenbewohner, wie man vielleicht denken mag. Und sie führten Tiere und Getreidekörner mit sich, waren voller Tatkraft. Ihnen sollte unser dank für das heutige Futuna gebühren nicht irgendwelchen berühmten Typen, die langsam verstaubten. Ja, mir ist egal, was die offizielle Seite sagt. Hier bekommen Sie es exklusiv.


    Aus der Zeit stammt übrigens auch die Kamelzucht, es gab zwar auch Schafe, aber hier sehen Sie die Ergebnisse aus Tausenden von Jahren Kamelzucht, Neoprenkamele. Bald kamen mehr Einwanderer und es gab Streit, die Erntetechniken waren noch nicht so weit, die ersten Siedlungen konnten sich nicht mehr selbst versorgen. Und so wurde alles sehr, sehr unangenehm, um nicht zu sagen, blutig. Die Wildnis war damals viel gefährlicher, wilde Löwen, die leider heute nur noch in Tiergärten zu bestaunen sind und die brüllende Hitze und der Rest des zivilisationsfeindlichen Klimas machten den Siedlern das Leben schwer. Seuchen brachen aus und schließlich kam es zu Migrationsbewegungen in Region der Bergwälder und der Dschungel.


    Ich hatte Ihnen doch die Tempel gezeigt? Ja, da siedelten sich die Leute schon vor 20.000 Jahren an, die Kultur überlebte ziemlich lange. Tolle Mathematiker und Philosophen, entdeckten die Zahl 0, die Mysterien der Liebe und wie man Kakao anbaut. Schokolade macht eben glücklich, aber Tee ist mir trotzdem lieber. Natürlich gab es auch Kannibalismus und Menschenopfer und gelegentlich ein paar Kleinkriege, wobei die meisten eher an den Gefahren des Dschungels starben, als an den Speeren ihrer Feinde. Aber das Land war weit und die Dschungel eng, hier gab es zwar eine großartige Kultur, aber das Zentrum des Landes verlagerte sich wieder mehr nach Südosten, besser gesagt nach Timor.


    Wann das gegründet wurde, weiß eigentlich niemand, ist aber ein guter Platz zum Handeln und strategisch wohl ganz günstig. Aus dem dort siedelnden Stamm wurde ein Stadtstaat, Überfluss und Reichturm gewohnt. Der Herr der Stadt wurde nach seinen Leistungen ausgewählt, im Laufe der Jahrhunderte wurde das Amt jedoch erblich. Korruption blühte auf, Verbrechen nahm zu und schließlich erlangten die Herren der Stadt zur Überzeugung das etwas getan werden müsste. Diese Entscheidung wurde ihnen jedoch von den einfallen Kamelreitern abgenommen. Glänzende Zeit, diese hervorragenden Reiter, ich hoffe, eines Tages komme ich wieder drauf, warum die Kamele so schnell waren.


    Sie plünderten ein paar Städte und waren so plötzlich verschwunden, wie sie gekommen waren. Ich habe da einen interessanten Friedhof mal gefunden, der erklärt einiges, aber die Regierung sollte es wohl besser nicht erfahren. Dieser Friedhof befindet sich in Sinai, wo zu dieser Zeit eine Bevölkerungsexplosion zur Nahrungsknappheit führte. Die Leute dachten sich dann einfach, he, wir haben doch diese saureichen Nachbarn, lassen wir die doch ein bisschen für das Allgemeinwohl blechen. Sie sprangen auf ihre Kamele und ritten los. Unter ihrem sagenumwobenen Anführer Tubbli Ghan, dem Grausamen. Noch etwas Tee? Ein Smörgasbröd mit Diestelhonig?


    Springen wir also in die Zwischenzeit(8.500-1234 vor heute): Jetzt wurden auf einmal alle expansiv, damit so etwas nicht noch mal passieren konnte. Der herausragende Mann dieser Epoche war Erix Magnux, ein Bauer aus den Savannen, der nach einer Dürreperiode die Einwohner mehrerer Dörfer um sich versammelte und Persuna eroberte. Von dort beherrschte er einen Großteil des Landes und für einen Bewohner dieser Zeit, noch dazu auf dem patriarchalischen Land aufgewachsen, war er erstaunlich liberal. Seine Tochter Mageritha folgte ihm in der Herrschaft nach. Sie war so etwas, was mein ein Genie nennen könnte. Es ist bewiesen, dass ihre geistigen Fähigkeiten weit über dem Durchschnitt lagen. Ihre Art, Feldzüge zu führen, war auf jeden Fall einzigartig: In ihrer Regierungszeit(2104-2061 vor heute) gliederte sie drei Viertel des Landes in ihre Herrschaft ein, mit minimalen Verlusten. Sie führte durch Handel Krieg, Zölle, Handelsrouten, Preise waren ihre Waffen. Sie förderte Kunst und Kultur. Persuna, Timor, Tobey, sie alle blühten auf, zwischenzeitlich waren auch die Staaten südlich der heutigen Landesgrenze in dieses Gebiet integriert. Das Land wurden mit einem Straßennetz überzogen, ein Berufsheer bewachte alles von strategischen Festungen aus, es gab eine administrative Verwaltung der Provinzen mit einheitlichen Gesetzen und Steuern, die planmäßige Anlage von Orten. Man könnte es auch als das Goldene Zeitalter betrachten. Im Vergleich zu den folgenden Epochen war es wahrhaft golden. Einen Moment bitte, ich muss nur schnell die Kamele zusammentreiben, es wird langsam dunkel.





    So, da bin ich wieder. Nun, die dunklen Zeiten, Magheritas Nachfolger waren nämlich unfähig. Dreihundert Jahre nach ihrem Tod lag das Land in Trümmern. Die Dschungelkulturen waren weiterhin isoliert. Ansonsten durchzogen Raubritterheere das Land, unzählige Scheichs stritten miteinander und wir waren in einer Personalunion, die kein Einheimischer wollte, mit einem Nachbarn verbunden, der uns nur ausbeutete.


    Trotzdem war es eine Zeit der Erfindungen und Entdeckungen. heliozentrisches Weltbild, bessere Kamele, Taschenuhren, neue Distelsorten, Erntemethoden, Tee. Tee. Sie auch noch eine Tasse?







    In Sinai kamen die arkonisch-boruzzischen Stämme im Westen an die Macht, das waren die, die uns schon mal geplündert hatten. Den Rest des Landes griffen sich die Kyrillier, eigentlich Leute, die sonst nur auf den Feldern standen und darüber nachdachten, ob man Kakao oder Chili anbauen sollte. Fragen Sie mich nicht warum, es ist einfach so gewesen. Heute sind die Typen ganz doll anders! Glaube ich jedenfalls.


    Es lässt sich nicht alles aufzählen. Springen wir also lieber ins Jahr 1234 vor heute, dem Jahr als der Neffe des alten Scheichs von Timor an die Macht kam, Sveni der Großartige. Und er war wirklich großartig, zumindestens offiziell. dass er außerdem arrogant, kleingeistig, jähzornig und leicht unzurechnungsfähig war, fehlt in den meisten Nachschlagewerken. Deswegen erfahren Sie es von mir. Ihr Tee wird kalt. Trinken Sie lieber.


    Er einte das Land, die Dschungelkultur war schon vorher an irgendwelchen Seuchen ausgestorben. Seine Feldzüge kosteten Hunderttausenden das Leben und noch vielen mehr die Freiheit, Sklaverei und Barberei standen an der Tagesordnung. Sveni drang auch in Nachbarländer ein und zerstörte sie völlig.




    In Sinai mordete er fast eine Million Kyrillier, bevor denen die Hutschnur platzte und sie ihre Heugabeln, um selbst ein wenig Krieg zu spielen. Das Spiel beherrschten sie wirklich klasse, ihr heutiges Staatsgebiet hat ein ähnlich Wahnsinniger namens Oleg der Schlächter geeint. Der brachte dann noch erfolgreich noch mal so viele Leute um. In Folge dessen war Sinai so geschwächt, dass es große Gebiete im Westen an das Turanische Kaiserreich verlor. Tja, das kommt eben davon.







    Bevor Sveni in Futuna völlig durchknallte, ermordete ihn sein Sohn in seinem Bett. Karlx, wie er hieß, der Milde, einte das kriegsmüde, zerschlagene Land und baute es wieder auf. Er ließ es aufbauen - von den Sklaven. Welch eine Milde. Noch etwas Mammutsteak?


    Dann krönte er sich selbst zum Schah, dem weisen und edlen "gewählten" Herrscher des Volkes von Futuna von aller Gnaden. Größenwahnsinn pur, sage ich da nur. Ich bin nun mal der Wahrheit verpflichtet. Wahr ist auch, dass die Herrscher von Futuna und Sinai ungefähr 150 Jahre später gemeinsame Sache machten und nach Turanien ausgriffen. Im Laufe des folgenden, achtjährigen Konflikts meuchelten sie ein paar Generationen und verheerten den Osten Turanien völlig. Futuner starben kaum, sicherten sich jedoch große Teile der Kriegsbeute. Daraufhin lies sich der damalige Schah „Herr des Friedens“ nennen, ich hoffe, dass er schließlich doch bekam, was er verdiente, als ihn ein Einhorn auf der Jagd durchbohrte und er volle zwei Stunden verblutete.




    Den Rest der Geschichte kennen Sie. Die Schahs einten das Land; Kultur und vor zweihundert Jahren Industrie begann sich zu entwickeln.


    Und damit auch der Reformwille, der Schah dieser Zeit. Jörgen war ein Träumer. Er baute Schlösser, die er in seiner Phantasie gesehen hatte, wie das Schloss des weißen Reihers. Dabei verschlief der absolute Günstlingswirtschaftsherrscher(105-67 vor heute) die Zeit und die Reformer konnten sich soweit organisieren, um den Schah zu überrumpeln und wir haben das System, das heute da ist. Die Forderungen waren eigentlich sehr milde, man nahm eben Rücksicht auf das verschlafe "gute" Väterchen Schah.




    Mit den Großfürsten in Sinai waren sie weniger gnädig, die Leute hatten genug, brachten Nikolaus - so hieß der Despot – um und mussten es dann gleich wieder übertreiben. Es sollte Sozialismus oder Kommunismus rauskommen, das Ergebnis hatte damit aber nix mehr zu tun. Was es wirklich war? Eine grausame Diktatur, in deren Führungsetagen die alte Beamtenschaft saß und immer noch das Volk unterdrückte, die ernsthaften Sozialisten waren schon vorher dahingemordet worden. Den Menschen konnte das nicht lange gefallen und vor knapp zehn Jahren haben sie es dann begonnen. Erst vor kurzem ging es zu Ende, aber mit Humor. Man stelle sich das vor: In einem nicht-sozialistischen Land herrscht eine Partei, die erzkonservativ ist und sich dabei „Kommunistische“ Partei schimpft. Ein sogenannter „Reformsozialist“, Wladimir Lutz, macht eine friedliche Revolution. Und bis heute glauben die Leute in Sinai an dieses Märchen. Ha, die Wahrheit schlägt zurück!







    Dann haben wir Sinai als autonomen Staat angegliedert, wirklich dumm von denen. Sich mit uns einzulassen, die wir ihnen in der Geschichte am meisten angetan haben. Oder ist das eine Art hinterhältige Rache? Ich glaube es nicht und so dumm können die Leute auch nicht sein, ich kann jedenfalls nur vom Gegenteil berichten.




    Und so landen wir im Jetzt. Die Welt beobachtet uns, haben Sie sich verschluckt? Soll ich mal klopfen? Nein, die Augen der Welt ruhen wirklich auf uns, zumindestens von Teilen der Welt. Noch sind sie misstrauisch gegenüber dem neuen Partner, der die Isolation aufgegeben hat.


    Wollen wir hoffen, dass der Enkel des Träumers, seine Regierung und die Volkstribunen wache Menschen sind. Wollen Sie eins meiner Kamele kaufen? Es ist echt billig und wasserabweisend! Noch etwas Tee? Soll ich Ihnen noch meine Lebensgeschichte erzählen? War doch nur ein Witz, so warten Sie doch. Hallo? HALLO!








  • Ich hatte immer den Eindruck, dass durch den Trend zur "ernsthaften" Ausgestaltung Spieler verloren gingen. Für einige, denen es hauptsächlich um politischen Schlagabtausch und irgendwelchen Jux ging, war der neue Stil zu restriktiv und rollenspiellastig. Es kamen aber auch nicht verstärkt Fans von Forenrollenspielen in die MNs weil für deren Geschmack der rollenspielerische Aspekt noch zu schwach ausgeprägt war.


    Möglich ist aber auch dass der Spielerschwund dem Stilwechsel vorausging, die MNs also irgendwann gar nicht mehr die Arena sein konnten, in der man sich aus politischen Gründen die virtuellen Köpfe einschlägt, sondern als gemeinsames Hobby mit dem Ziel, die interessanteste Ausgestaltung zu entwickeln.

  • Ich halte das auch für gut möglich, wobei das Problem vielleicht eher war, daß man von 14jährigen plötzlich erwartete mit Leuten, die das entsprechende Gebiet beruflich betreiben, auf Augenhöhe zu sein.


    Wobei aber in der wirklichen Frühzeit der MNs auch keine ganz jungen Spieler dabeigewesen sein dürften, Internet war teuer und blockierte die Telephonleitung. ;)


    Irgendwie wandelte sich das von Naturwissenschaftlern/Informatikern über Schüler zu Historikern und Juristen, was natürlich extreme Auswirkungen haben mußte auf den Spielstil.

  • Klar kenne ich das. Als wir mit Futuna anfingen stand absolut nichts, wir waren ja nur der unbequeme Teil aus Hedonesia, der sich mit dem Rest der Gemeinschaft überworfen hatte. Der Sha hieß ewig Ernest Henderson und dann Joshua Henderson bis ich nach dem Weggang des Spielers Yaashur al-banabi daraus machte. Faantir Gried war ein Einhorn, Saeed Habib hieß Robert Surcouf. Wir hatten das Tribunal als Parlament. Eine Bürgerin hieß Anneli Jeetimäki oder so ähnlich.


    Das hier ist die Erstform der Geschichte Futunas, erzählt von Faantir Gried, leidenschaftlicher Teetrinker, Distelzüchter und Herr der Kamele:


    Danke für die Geschichte und die Erläuterungen, sie zeigt schön, obwohl sie ausführlich ist, daß man das Vage nicht scheute.

  • Woran die modernen MNs kranken, ist, daß es kein Verfahren gibt, politische Veränderungen über die Systemgrenzen hinaus herbeizuführen. Es macht irgendwie schon Spaß, eine Revolution/Konterrrevolution/Stürzung des Monarchen/Dikators herbeiführen zu können. Aber ich finde es sollten keine 50+x-Ereignisse sein, sonden das Ergebnis kontinuierlichen Änderungswilles. Die, die was ändern wollen, müssen sich eine gewisse Müe geben, diesen Änderungswillen in Erscheinung treten zu lassen. Was weiß ich in Korland eine linksliberales Milieu entstehen lassen oder antimonarchistischer Kräfte in Nordhanar oder eine Dissidentenbewegung in Masowien und der VKL, eine rechte Bewegung in San Cristobal.


    Was ich ohnehin nicht recht verstehen kann, ist, warum in den MNs nie ein Diktator gestürzt von seinen eigenen Leuten wird oder es in die Nähe kommt, der Versuch würde doch höchstens eine ID oder so kosten. Hat nie einer mit einer meiner IDs versucht. Ich habe das auch in keiner anderen MN erlebt.

  • Es wird einfach nicht mehr versucht, weil sich Ende der 2000er die Auffassung durchgesetzt hat, dass der Gründer bestimmt, was simuliert werden darf. Es wird also niemand mit dem Ziel eines Systemwechsels in einer MN anfangen, man sucht sich eine MN eher danach aus, welche Simulationsparameter einem am meisten zusagen. Das läuft dann in der Praxis immer darauf hinaus, dass in der Monarchie die meisten Spieler konservativ sind, vielleicht ein paar liberal oder sozialdemokratisch und im Sozialismus die meisten Sozialisten oder gemäßigte Oppositionelle. Ein weiterer Grund, warum es keine großen Umstürze mehr gibt, dürfte auch sein, dass mittlerweile alle irgendwie miteinander verbandelt und überall mit einer ID aktiv sind.

  • Ich weiß gar nicht, ob es zwischen den MNs und deren Konzept und der politischen Gesinnung der Spieler überhaupt noch einen Zusammenhang gibt. Hier in Nordhanar spiele ich u.a. einen Erzkonservativen in der Konservativen Partei und gleichzeitig eine Dame aus dem linken Flügel der Sozialisten. Mein einziges Ziel ist dafür zu sorgen, daß der Sturm nicht zu lau bläst. Bei den letzten Wahlen habe ich meine Stimmen recht ausgewogen auf die untereinander koalitionsfähigen Parteien mit leichtem konservativen Übergewicht vertelt, weil ich wußte, daß die anderen hier eher mit leicht linkem Übergewicht wählen werden. Vor dem neuen Parteiengesetz gab es exakt vier Parteien, Konservative, Liberale, Sozialisten und Landbund. Jetzt gibt es durch Abspaltung noch Nationale und Grüne.


    In Dreibürgen spiele ich seit Jahren Linke, zwar auch noch andere, aber keiner dieser anderen ist in irgendeiner Partei aktiv. Dreibürgen mit seinem Parteiengesetz das das Bekenntnis zur Monarchie erfordert und bei dem der Bundesrat nichts gegen seine Interessen geschehen läßt, ist in einen Augen so ein Beispiel für eine festgefahrene Simulation. Wenn da mal irgendein Gesetz kommt, regelt es immer, "die Länder erhalten das Recht abzuweichen" Wobei das nichts Neues ist, ich wollte ja mal eine freie Reichsstadt anregen und das gefiel dem Kaiser (der Kaiser) nicht, weil da jeder machen könne, was er wolle, ohne daß der Kaiser etwas zu sagen hat. Man ist da fast eher auf dem Weg der Besserung, auch wenn die meist - sind sie lang - von Nehrenmann, sind sie eher kurz von Nils von Berg aufgesetzten amtlich klingenden Anordnungen der Spielleitung eher das Gegenteil verheißen.


    Ich denke, die meisten MNs sind Monarchien, weil sich so die Simulation am besten in den gewünschten Grenzen hält - denkt man legalistisch, so ist der Monarch eben nicht abzusetzen, im Zweifel knüppelt das Heer das unerwünschte Ereignis nieder und es wird keiner so rabiat "Simsauerei" schreien wie wenn es ein gewählter Präsident wäre, der mit einem Wahlergebnis nicht einverstanden ist.


    In Nordhanar ist das eher nicht so, da macht der Kaiser und die Fürsten eher das, was gewünscht ist. Wobei die Abschaffung der Monarchie auch hier sicher nicht zur Debatte steht. Was in Nordhanar fehlt sind eher klare Lagermachtkämpfe. Alle sind irgendwie überall. Wenn man gegen eine Koalition von Konservativen und Sozialisten ist, dann simuliert man eben einen Parteilinken bei den Sozialisten und einen Parteirechten bei den Konservativen und wettert gegen diese Koalitionsoption - ist man dafür spielt man auf beiden Seiten einen aus den mittigen Flügeln.

  • Ja, gebechert werd der heit aa noch, gelle!? Nore musch dònn als des babbich Zeich dringe, was die der vorhucke und dann musch aa noch saa, aß des schmackt! Des isch doch als e raulich Drecksbrih wo de do saufe musch! Eja, do bringsche des Zaich fär zum Schlucke besser vun dehääm met! Numme kònsch des jo aa als net mache! Do hääßts jo gleich werrer uhndibblomadisch! Was sinn des nore fer beese Zeire die wo mer do allewai hònn!? :D


  • Ich denke in Nordhanar ist vieles möglich, aber tatsächlich ist eine Abschaffung der Monarchie auch hier ein rotes Tuch. Wobei man im Gegensatz zu DB solche Parteien bei uns simulieren kann ohne dass sie verboten werden.

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    Seine kaiserliche und königliche Hoheit,

    Reichsritter Sebastian von Hammer, Herzog von Anrif, Prinzgemahl ihrer kaiserlichen und königlichen Hoheit, Erzherzogin Jennifer von Seyffenstein


    Minister für Äußeres und Internationale Kooperation

  • Naja, wir hatten zwischenzeitlich geradezu republikanische Phasen und ich würde auch jetzt nichts von in zehn Jahren kategorisch ausschließen.

    PRÄSIDENT DER KAISERLICHEN JUSTIZ

    Seyffensteinischer Geheimer Hochrat

    Ehrenpräses des Nordhanarischen Fussballbundes

    Präsident des Volksbundes a.D.

    Krongouverneur a.D.

    Präsident und Vorsitzender des 2. Senats des Verfassungsgerichts a. D.