Ein Ballon weht über die korisch-masowische Grenze...

  • ... und es entsteigt einige Kilometer hinter der masowischen Grenze, Adam Glowacki, seines Zeichens Kommunist und Korlandmasowier. Er will Hilfe von den Genossen. Natürlich spricht er Masowisch, wenn vielleicht auch mit einem etwas anderen Akzent.


    Tawarysz, Tawarysz (Genossen, Genossen). Nicht schießen, ich bin Kommunist, bringt mich zu einem Genossen der Partei oder der Armee, ganz gleich.

  • Daniel Kaszinski war als Oberkorporal der Volksgendarmerie in das Dorf Wolfsglutzerwitz abkommandiert. Als er mit seinem Rad so auf STreife über die Feldwege dahin pläderte hörte er auf einmal, ein seltsames Rauschen über seinen Kopf. Angesträngt spähte er durch seine Guckgläser in den nächtlichen Himmel. Seine Ohren schienen ihm einen Streich zu spielen. Noch angestrengter schaute er in die Richtung, die ihm seine Ohren wiesen. Und tatsächlich, mit dem starken Rauschen erschien eine Flamme. Die Flamme schien über den Baumwipfeln zu erglühen. Nicht ständig, immer wieder stoßweise mit lautem Rauschen. Kaszinski folgte halb erstaunt und halb gefasst zunächst mit seinen Augen dann auch mit dem Rad, wie die Flamme sich in das Weizenfeld hineinversenkte.


    Kaum war das Rauschen erloschen, da erhob sich eine Stimme: "Glowacki, Genosse Adam Glowacki, ist mein Name. Falls Ihr Euch fragt wie ich das schaffen konnte, mein Ballon ist aus dunklem Stoff und Heißluftballons sieht man auf dem Radar nicht und damit ist er von Sonnenuntergang bis Morgengrauen fast unsichtbar." Der Volksgendarm riss sofort sein Gewehr von der Schulter und richtete erleichtert die Mündung in Richtung der Stimme. "Gausūs,Genossen, Tawarysz, Comrade, Camarade!" Ja es war ein Mensch. Etwas seltsam in der Aussprache und mit einem komischen Ballon in der Nacht unterwegs, aber, es ist kein Feuerspeiender Drache, kein Ungetühm, was die Ernte verbrennen will. "Na dann mal Hände hinter den Kopf, Rumdrehen!" Jetzt musste erstmal geklärt werden was hier los war. Befand er sich hier vielleicht doch in Gefahr, waren da vielleicht noch Andere in dem Ballon? Wieso sollte jemand darauf bedacht sein, Nachts mit einem Ballon in die Räterepublik einzufliegen? Die Gedanke des Oberkorporals liefen fast Ammok. War das ein Spion? War er in Lebensgefahr. Vorsichtig näherte er sich, mit der Taschenlampe versuchte er den Genossen und dessen Umgebung abzuscannen. Langsam, bedächtig konzentrierten sich seine Ohren auf die Umgebung. Es schien ruhig zu bleiben. So kam er heran und tastete diesen Menschen nach Waffen ab. "Pappiere?!" sicherlich war er unhöflich, aber, was sollte von einem der Art überraschten Volksgendarm erwartet werden. "Genosse, dreht Euch herum, nehmt die Hände runter. Und erklärt Euch! Was ist dies für ein Hällenritt in finsterer Nacht?"

  • Glowacki tat, was ihm befohlen worden war, in gewisser Weise beruhigte ihn die Wachsamkeit des Genossen Kaszinski sogar, da konnte die Konterrevolution hier nicht so einfach siegen.


    Jawohl, Genosse!


    Soll ich die Papiere herausholen, oder wollen Sie das tun? Ausweis, Entlassungspapiere aus der Haftanstalt für Politische usw.


    Ich komme wegen der erneuten totalen Machtergreifung der Faschisten in Korland, ich will um Eure Hilfe und Unterstützung bitten beim Kampf gegen die VF. Viele Genossen bei uns sagen jetzt auch, es reicht mit diesen Deutschen, wir wollen nach Masowien.

  • Daniel stutzte. Es reicht mit diesen Deutschen? Ja, viele Masowianer waren Deutsch. Er hat da nie ein problem darin gesehen. So würde ein Spion sprechen, schoss ihm durch den Kopf. "Ich nehm mir die Sachen ein mal." gesagt, getaen. Er nahm sich die Papiere und schaute sie durch. Naja, was soll man daraus auch sehen. Ihm schoss durch den Kopf, daß sein Freund Erik Gossenhauer gerade im Dorf verweilte. Als Offiziersanwärter kannte der sich bestimmt besser mit den Sachen aus. Erich war bestimmt in der Schenke um sich das letzte bisschen Verstand rauszusaufen. Und dennoch war er bereits Voluntärleutnant, stand also gerade vor seinem Offizierspatent.Auch mochte dieser da bestimmt mal etwas essen, wenn der tatsächlich aus einem Gefängnis kam. So beschloss Daniel erstmal, den Ballon Ballon sein zu lassen und mit seinem Gefangenen in das Dorf zu trotten. "Wohl auf, nehmt die Hände runter und geht den Weg dort entlang vorraus. Macht keine Sperenzien, ich bleibe hinter Euch."


    In der Schenke tagte gerade die Dorfkommision. Alle wichtigen Genossen waren anwesend als die Tür aufschwang und der Dorfgendarm mit seiner Beute hereintrat. Der Nebel von Zigarrerauch, Bierdunst und schwafelnden Reden schien wie in zwei Hälften geschnitten zu werden, als der Oberkorporal dem Voluntärleutnant und dem anwesenden Komissar Meldung machte. "So, so, ein politischer Flüchtling." wiederholte Gossenhauer die Worte seines älteren Freundes aus dem Dorf. "Nun denn, dann setzt Euch zu uns und erzählt, was vermag die Räterepublik denn für Euch tun zu können?" Mit der Hand wies er dem Korländer einen Platz zwichen ihnen und reichte ihm mit der anderen Hand seine Papiere zurück, gespannt auf die Geschichte, die ihm hier nun aufgetischt werden könnte. Als er die fragenden Augen des Korländers und sein zögerliches Gebaren bemerkte, fuhr er fort "Gossenhauer, mein Name. Ich bin Voluntärleutnant der Nationalgarde. Wenn ich das angemessen finde, werde ich Euch morgen gerne dem Staatskomissar Kaszinski vorstellen. Der wird dann weiteres mit Euch bereden können. Nun, ohne Scheu! Esst, Sauft und Redet!" Einem Wink des Dorfkomissar folgend, bringt die Schankmagt WÜrste, Brot und einen Krug Bier für den Korländer und stellt es vor ihm hin.

  • Folgte dem Gendarm, dabei überlegte er, was der Mann wohl denken mochte, doch er konnte sich nicht so recht einen Reim darauf machen, aber es verstand sich natürlich von selbst, daß er wachsam sein mußte, alles andere hätte ihn auch mehr verunsichert als dieses Verhalten.


    Jawohl, Genosse.


    In der Schenke angekommen, grüßte er mit einem freundlichennicken und einem unaufdringlichen Guten Abend auf masowisch.Dann blickte ser ich in der Schenke flüchtig um, so ähnlich war das ja zuhause auch alles auf dem Dorf, bloß mochten hier mehr Frauen sitzen, aber da war er sich nicht so ganz sicher.


    Ja, ein politischer Flüchtling, wenn man so will. Aber so ganz auch wieder nicht, die Genossen schicken mich, um Verbindung aufzunehmen, um den Kampf für den Kommunismus mit Eurer Hilfe in Korland ebenfalls siegreich zu schlagen. Wir sind alle so begeistert von Masowien, das ist unser großes Vorbild.


    nahm die Papiere entgegen


    Danke Genosse.


    Hörte Titel und Namen und versuchte den Dienstgrad einzuordnen ein Offizier jedenfalls, scheinbar ein freiwillig verpflichteter. Dem Namen nahc ein Deutscher, aber es gab in Masowien wohl auch Leute mit deutschem Namen, die doch keine mehr waren, wie auch in Korland nicht jeder Kowalski auch nur noch ein Wort masowisch sprach.


    Das ist mir eine Ehre, einen Voluntärleutnant der Nationalgarde, der mich weiterleiten will. Vielen Dank auch für Speis und Trank, das kann ich brauchen, Genosse Gossenhauer, vor Aufregung habe ich nämlich heute noch nichts gegessen, die Faschisten hätten sicher nicht gezögert zu schießen und ich hatte nur Wasserstoff und kein Helium..


    Das ist hier gleich eine ganz andere Gastfreundschaft als bei den Faschisten.


    beißt in die Wurst und nimmt vom Bier


    Euer Bier ist gut und auch die Wurst, wenn Ihr die Lügen kennen würdet, die bei uns darüber verbreitet werden.


    Ja, also, wo soll ich Anfangen, wir wollen einen Aufstand, in Huta Szkła (Glashütte) 2015 hatten wir das ja schon einmal geschafft, die Faschisten knüppelten ihn aber nieder. Mit Eurer Hilfe könnte Korland vielleicht sozialistisch werden und den Weg zum Kommunismus beschreiten, bzw. wir im Süden könnten uns anschließen.

  • "Ihr seid Beauftragter Komissar Korlands? Ihr wollt einen Aufstand in Korland führen?" fragend sah Gossenhauer den Korländer an. "Genosse, welchen Rang oder eher mit wlcher Autorität seid Ihr zu uns gesandt?" Erich versuchte seinen Argwohn zu vertreiben. "Kannst mich gerne Erich nennen, Genosse. Wir sind nur ein wenig misstrauisch, wenn einer nachts hier auf dieser Seite der Grenze so auftaucht. Staatskomssar Kaszinski ist wohl der bessere Ansprechpartner. Nun, Morgen machen wir uns dann auf den Weg!"


    Der Abend, die Nacht war noch derbe. Zwölf Maß Bier hatte wohl ein Jeder gesoffen und der Klang der Lieder hatte wohl auch noch das letzte Huhn aus seinem Schlaf gerissen. Dennoch ergraute der Morgen. Und wenn auch genug Alkohol im Blut war, so musste der nächtliche Gast jetzt in die Stadt gebracht werden. Bruno, der Busfahrer, hatte wohl nicht so viel gesoffen und fuhr den Voluntärlwutnant mit dem Korländer. Erich beschloss, den Schlmmernden zu geben und still und heimlich den Korländer während der Fahrt zu beäugen. So erreichten sie die Hauptstadt des Kantons. Gerade vorm Gebäude des Kantonsrats hielt Bruno den Bus an "Endstation!" rief er. Geschwind raffte sich Erich auf, richtete seine Uniform, setzte seine Schirmmütze korekt auf und weckte den Korländer. "Nun, komm Genosse. Wir müssen hier rein." Schnellen Schrittes betraten sie das Gebäude und wurden zum Staatskomissar vorgelassen. Zackig salutierte Erich vor dem Staatskomissar. "Genosse Major, Voluntärleutnant Gossenhauer meldet einen Grenzübertritt aus Korland. Der Korländer Genosse wünscht Kontakt zwecks gemeinschaftlicher Aktionen wider dem faschistischen Imperialismusses!" Der Staatskomissar des Kantons war auch Major der Nationalgarde und kannte den Offiziersanwärter Gossenhauer persönlich sehr gut. Er wusste, daß dieser nicht mit einer Nichtigkeit einfach hier in der Katonshauptstadt im Kantonsrat einfallen würde. "Danke Genosse Voluntär." an den Korländer gerichtet fuhr er fort. "Ihr wollt die Rvolution der Arbeiter, Bauern und Soldaten nach Korland tragen? Im Grunde können wir dies nur begrüssen. Wie stellt Ihr EUch die Sache denn so vor?" Staatskomissar Wladimir Kaszinski wies auf die Stühle vor seinem Schreibtisch und alle setzten sich. "Erzählt einmal, wieviele Mann Ihr da vertretet und wie Ihr Euch die Sache so denkt."

  • Ja, das ist so korrekt, wir wollen die Revolution. Ich bin Mitglied des provisorischen Politbüros der Kommunistischen Partei Korlands und Sekretär für internationale Fragen. Danke Erich, ich bin Adam.


    Ich verstehe das ja, daß ihr mißtrauisch seid, ich könnte ja ein Spion sein, aber eine andere Möglichkeit hatte ich nicht, die Grenze ist bekanntlich scharf bewacht.


    setzte in Gedanken ein "von beiden Seiten" hinzu


    Ich würde gerne mit dem Genossen Kaszinski sprechen, vielen Dank, daß Du mich zu ihm bringen willst.


    Überlegte auf der Fahrt, was er dem Genossen Kaszinski sagen könnte, dann nickte er irgendwann ein

  • Zitat

    Geschwind raffte sich Erich auf, richtete seine Uniform, setzte seine Schirmmütze korekt auf und weckte den Korländer. "Nun, komm Genosse. Wir müssen hier rein."

    Jawohl, Genosse!


    Auch der Genosse Glowacki richtete seine Kleidung so gut es ging, er trug eine Schiebermütze und ein Jackett aus festem Stoff, wie es in Korland die Arbeiter trugen, nicht das feine Tuch der Bourgeoisie, wie es Arbeiter höchstens mal an höchsten Festtagen trugen, aber auch nicht gerade die Arbeitskleidung. Es war eine Kleidung in die man vor einen höheren genossen treten konnte ohne nun andererseits herausgeputzt zu wirken. Glowacki folgte Gossenhauer in dessen schnellen Schritt, er war Arbeiter auf der Eisenhütte und dementsprechend trainiert.


    Zitat

    an den Korländer gerichtet fuhr er fort.


    "Ihr wollt die Rvolution der Arbeiter, Bauern und Soldaten nach Korland tragen? Im Grunde können wir dies nur begrüssen. Wie stellt Ihr EUch die Sache denn so vor?"


    Jawohl Genosse und Danke, Genosse! Wir sind davon überzeugt, daß die erneute faschistische Machtergreifung und die Seeblockade zur Verelendung der werktätigen Massen führen muß - schließlich ist der Faschismus die härteste Form des Kapitalismus. Gleichzeitig hat die Arbeiterklasse nun Nordhanars Bomben erlebt - sie sehen, die sind alle gleich. Dagegen wollen wir das strahlende Licht des Kommunismus stellen!



    Zitat

    Staatskomissar Wladimir Kaszinski wies auf die Stühle vor seinem Schreibtisch und alle setzten sich. "Erzählt einmal, wieviele Mann Ihr da vertretet und wie Ihr Euch die Sache so denkt."


    Nun ja, wir sind knapp 16.000 Kommunisten in Korland, aber Wähler hätten wir mehr, sicher 20-25 Prozent.


    Letzte Zahl mochte etwas übertreiben sein


    Aber bei uns im Revier in Weilburg und in Huta Szkła usw. sind wir viel mehr. Schon 2015 war uns in Huta Szkła gelungen, die Stadt unter unsere Kontrolle zu bringen und zwei Wochen zu verteidigen. Ich glaube die meisten dort sind Komunisten und viele im südlichen Regierunsbezirk sind Masowier, denen es langsam zu toll wird mit der Bevormundung durch die Deutschen. Wir haben nichts gegen die Deutschen, wir Kommunisten sind ja bunt gemischt, aber viele, die noch keine Kommunisten sind, denken so. Sie sagen, in Masowien ist es besser und man trägt unseren Bedürfnissen mehr Rechnung.


    Wir wollen im Revier beginnen und dann von dort weitermarschieren. Wir haben dann die Energieversorgung in der Hand, die Kohlenförderung, den Stahl, einen Großteil der Rüstungsproduktion usw. und angesichts der Seeblockade haben der agrarische Norden und die Küstenstädte nichts entgegenzusetzen.


    Das ist unser Plan, Genosse Major.

  • Hoffte, daß der Pan wenigstens einen gewissen und dabei möglichst nicht negativen Einfluß hinterlassen hatte, die Genossen hier waren große Intellektuelle und Strategen, man merkte die wissenschaftliche Weltanschauung und Bildung in jedem Wort, das sie sagten, ganz wie Karl Marx es lehrte.