[Anwesen] Rosegger

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    Stegerhof0006

    Ewald Gabardi, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons


    Auf diesem ehemaligen Bauernhof wohnen der Landmaschinenvertreter Andreas Rosegger zusammen mit seiner Frau Daniela, seinem Sohn Alois und seiner jüngeren Tochter Franziska. Die ältere Tochter Kathi hatte zuletzt die Dachgeschoßwohnung bewohnt, doch nun studierte sie außerhalb und die Wohnung war an einen Herr Jonigkeit aus Korland vermietet worden. Herr Rosegger ist durch seinen Beruf viel mit dem Auto unterwegs. Frau Rosegger ist Hausfrau, erledigt aber hin und wieder auch Büroaufgaben für ihren Mann Andreas. Weiters lebt die Mutter des Andreas Rosegger mit im Haus.


    *so*Das Abgebildete Haus dient lediglich der Illustration, sonstige Verbindungen bestehen nicht.*so*

  • Kommt mit dem Auto vom Einkaufen zurück und beginnt die Einkäufe zu verstauen. Daß sie von Kathi noch immer keine Antwort hatten, machte ihr so langsam Sorgen, auch an Ihr Mobiltelephon ging sie nicht, in gewisser Weise entsprach das zwar ihrer Art, aber wenigstens eine SMS oder eine Email oder eine Karte würde sie doch geschickt haben.

  • Kommt von einem Spaziergang zurück, daß er Sonnabends - hier sagen sie wohl Samstag - frei hat, ist noch ungewohnt und er weiß nicht so recht, was er mit der freien Zeit anfangen soll, auch seine Frau konnte er nach wie vor nicht erreichen. Als er gerade die Tür aufschließen will, lehnt Frau Rosegger aus dem Fenster.


    Ich winsche Ihnen ejnen scheenen juten Toach, Frou Rosegger. Hoaben se nu Noachricht von ihrem Frejlejn Tochter erhalten?


    Ich kann Ihre Sorje chut noachvollziehen, ich weeß nich, mich macht das ooch chanz krank, dass mejne Frou und die Kinder in Korland sitzen und ich hier und ich erejch se ouch nich. Ejentlich wollte ich se doch noachholen und jetzt der Putsch... Ich gloube, ich muß zurickfoahren. Ich mejne ich kann se doch nich allejne lassen. Das ist jetzt natierlich dwatsch oaber Sie hoaben joa die Mietkoution. Ich weeß ouch nich, ob ich hier noch lange blejben kann.

  • Griaß enk Good! Na, oiwei no ned! I kriag ka Aug mehr zua, I hob scho noach da Gendarmerie telephoniat... Aber die kennen jo a ned sofurt...


    Wierklich schlümm, des ois... I vasteh des goar net, warums jeetzt putscht hoam. Woins (Wollen Sie sie bzw. die Familie) rausbringan? Oda woins zruck? Des werd doch net aum End an Kriag gem? Und dann schiaßen oi aufanand... Und daun muß mei Dochda vüüleicht a inn Kriag! I woaß goar ned, warum ma jetz wiada außanaund grissen werden soin. Ihr seits doch aa Deitsche und zaum gehts oiwei leichta.

  • Die Frau Rosegger zu verstehen, war eine echte Herausforderung, dabei wirkte sie äußerlich mit Lippenstift und gezupften Augenbrauen so vornehm und städtisch...


    Joa, ich gloube, das sind ejne jewisse Anzoahl von Stunden, das is bej uns zuhouse ouch nich anders. Und irjendwie broucht man ooch eenen Verdacht oder so.


    Ich wejs ja ouch nich. Ich wees nich, mejne Frou wird nich weg wollen, wenn se nich mehr zurick kann, die will sowieso ejentlich nich fort von zuhouse. Da werd' ich wohl zurick missen... Wenn das so blejbt, hätte ich ouch eene Perspektive als Schriftsetzer, dann jeht das so wejter fier ejnije Zejt. Aber ich wees nich, ob ich wieder eene Stellung als Mejster finde, noachdem ich wegjejangen bin. Aber ich wees ouch nich, wie ich mejne Frou roushohlen soll, die Grenze ist joa bestimmmt wieder dicht.


    Krieg, ich wees nich... Lohnt sich das ieberhoupt fier Sejffenstejn? Korland is doch keen rejches Land, wänn ich daran dänk, wie die Lejte bej uns ouf den Derfern leben, doa sind oft noch nich mal die Straßen jeteert oder jepflastert, eener im Dorf oder zwej hoaben Telephon, Kanalisation, Bürjersteijje, jibt es alles nich, Fernseher haben nur chanz wenije, die Toilette ist oft ejn Hejschen ouf dem Hof und ejn richtijes Boadezimmer hoaben nur die greeßern Bouern. Ich hoabe vor dem Anschluß in mejnem Leben nie ejnen Computer aus der Nähe jesehen und ich woar in ejnem Buchverloag. Das heeßt in der Direktion stand eener, aber das war es dann ouch!


    Warum jeputscht wurde kann ich Ihnen ouch nich soajen, die VF sieht sich als so ejne Art Bewoahrer des christlichen Abendlandes, Nordhanar ist denen zu liberoal. Oußerdem sind wir ja evanjelisch. Ich kann Ihnen das wirklich nich sajan, aber die wollen, daß alles so rickständig und abjeschottet blejbt wie es ist, ohne nejmodische Ejnflisse.


    Aber das verstehe ich nu ouch nich, warum man die jungen Marjällchen bej Ihnen ejnzieht, die tun doch schon jenug, doamit dasse Kinder kriejen und oufziehen. Ich mejne, man darf doch nich zulassen, daß junge Frouen beschädigt oder viellejcht sojoar verjewaltigt werden. Aber seijen se unbesorgt, korische Soldaten werden ihre Tochter nich verjewaltigen, wir sind ja keene Baboaren wie die ous Andro oder Siedhanoar.

  • Naja, des isses joa groad?


    Schriftsetzer woarns? Na, des giebts hier nimmer, da woar I a kloans Dirndl, da hoot des aufgheert, wissen nämli woos mei Großvoater war aa aona und a Moasta. Des hoaßt, des mochan manche zwööngs der Kuunst no. So ois a Museumsbetriab, vastehns? Machen des noch so richtig mit Bleilettern oda mit da Setzmaschin?


    Wirklich schlimm, woos dia mit erna mocht haum, Ös seits dochh aa ned weniger oarbatsam wia mir!? Protestanten oarbeiten doch den ganzen Tag, ja wo gehts dann hie?


    erstaunt


    Woos, des Woins? So Evangelisch, wia die Amischen in die USA?


    Joa in der letzten Soch bin I aber ganz Enkerer Moanung, mei Madal is net mocht fier an Kraig. Un doafier hoam mas doch a ned groß zogn. Net amoi da Henkr hoot des moocht. Wia kimmt man auf so dammische Ideen!?


    Aber soagns, vastehns mi ibahaupt. I hob manchamaoi so a weng Problem erna zum vasteh... Un I glaab I red mehra Dialekt wia Ös.

  • Fragte sich, was er nun sagen sollte, auch ihm schien das Ausbleiben jeder Antwort beunruhigend, aber er weußte nicht, was er sagen sollte, die Frau noch mehr zu besorgen war gewiß nicht das Richtige.


    Nu, das wird sich schon finden. Kennet natierlich sejn, ach ich genier mich das zu soajen, ich känn ja Ihr Frejlejn Tochter joa nich...


    Ach das ist ja ejn Ding, ouch Schriftsätzer und Mejster. Doavon hab ich jeheert... Joa also mejstens mit der Maschine, aber fier Spezialoarbejten ooch noch von Hand, also wenn Bild und Text zusammenmußten. Aber daß Sie sich al Frou dmit so ouskännen...


    Mußte jetzt wirklich überlegen, was sie meinte


    "Wo gehts denn hie?" Ich weiß gerade nicht... Ach so, doch, verstehe, Sie meinen was mit dem Erarbeiteten Passiert? Ejn großer Tejl ins Militär, dann fier die VF und dann sind unsere Fabriken wohl zu klejn, um richtig wirtschaftlich zu sejn... Naja, aber wir sind joa Lutheraner und kejne Calvinisten... Die oarbejten den chanzen Toag.


    Ich gloube schon, naja, so strang jetzt ouch wieder nich.


    Doa bin ich wirklich ieberfroagt, wo das do so jefährlich is.


    Nu, ich verteh Sie schon ejnijermoaßen, oaber, da muß ich schon sehr jenou hinheeren. Das tut mir aber lejd, wänn se mit mir Probleme hoaben, ich mejne mich zu verstehn. Ich firchte, wenn ich Platt sprach, da verstehn se char nuscht mehr. Ich bin ja urspringlich ouch vom Dorf.

  • Moanens a junger Mau? Mei, des kunnt scho sei, aber da kunnts ja trotzdem telephonian oder zwengst (zuwenigst) a Mail schreiam. I moan d'Kathi is volljahrig, aber des hoaßt doch ned, dooß ma goar nix vo si hearn loßt. I moan, mir bzoin jo aa dafier, fier ihrn Unterhoid.


    I kenn mi jetz aa net im Detail damit aus, woos da Großvoata hoid oiwei vazööt hood.


    Des is a schlimm, wamma für nix und wiada oarbat...


    Sehn's. Da geht's enk wia mir, i vastööhs a net. So a Madal is doch net gmocht fieran Kriag.


    verwundert


    Ach des is goar net engga Dialekt, des is nur so a Färbung? Kenntans amoi woos sogn, wia des klingt?


    Aber wartens, wuins net mit uns issa, a Mau und kocha, de baßt in die moasten Föö net recht zam und jeetz, da kennans a net ins Wiertshaus, wo's Gööd zamhoiten miassen. Sie gseng ma a scho weng schmal aus, des woahr gwies da Hunga driam, net woahr!?

  • Nee, doa hoaben se Recht. Aber die jungen Lejte sejn das aber viellejcht manchmal anders und hier ist sowieso alles anders.


    fühlte sich hilflos, denn auch er glaubte, daß da etwas Schlimmes geschehen sein müsse, aber sollte er jetzt die arme Frau Rosegger noch mehr beunruhigen?


    Wissen Se mit dem andern hoaben se ouch Recht, aber ich mecht doa als Kore mich ouch nich ieberall ejnmischen mit ihrem Miltärdienst und so...


    Joa, da ist ejne Färbunk. Nu, was kennt ich jetz soagen? Was wollen se denn heeren?


    Njoa, das geht so mit dem Kochen bej mir, fier jewehnlich macht das mejne Frou, aber ich kann ... Ouch ous der Militärzejt und so...


    Schämte sich zu sagen, daß seine Frau manchmal auch nicht kochte, wenn sie wütend war und er es dann selbst besorgen mußte und er überhaupt zuhause nicht immer allzuviel zu melden hatte.


    Aber das Anjebot nehme ich natierlich jerne an, wänn Ihr Mann nichts dajegen hat. Sie sind bestimmt ejne hervorragende Kechin. Joa also wissen se, das wahr schon nich immer scheen die lätzten Joahre mit dem Essen, aber ich wahr ejentlich noch nie rund, ouch nich als wir noch große Ieberschisse hatten. Ich setz' nich so an...

  • Naja anders is scho vui, aber dees ned. Mir erwoarten a Nachricht. Mir ängstigen uns ja zu Tod. Sia versuachen dees jo fei aa doagein, dagaus, Eanare Fraa z' erreicha. Soagns hoabns Eanare Fraa eigentlich erreichn kenna? Vielleicht ... wanns des amaoi iebers Ausland probiern. Wissens woos amoi machen kenntan, foahrns ieber die Grenz ins Empire oder nach Dreibürgen und telephonians vo dort. Vielleicht is des net blockiert. Oder gibts da net aa so Nummern, die ma vorwähln ko im Ausland? I glaub des is net ganz legal, aber..


    Ihr Miene findet eine sichtliche Aufhellung


    Wanns's kocha kenna, dann kenntens jo a amoi was kochen, was ma bei Eana dhoam ißt. I dat des a gern amoi probian.


    Na, er is ja dabäi, was soi er da dagegn hobn!?


    Dankschee fir die Vorschußlorbeern. Des is bei mir grad umgekehrt, I muß bloß woos zum Essan anschaun un schon nehm I zua. Aber i iß und koch a gern, i wills net leignen....