Position B82

  • Circa 5 Minuten vor der geschätzten Landung des Flugzeuges erreicht der Ramp Agent die Position. Er vergewissert sich, dass GPU und Chocks (Bremsklötze) bereit liegen. Daraufhin macht er den sogenannten "FOD-Check", er läuft also einmal über die Parkposition und sammelt jegliche Kleinteile, die von den Triebwerken aufgesogen werden könnten oder an den Reifen Beschädigungen verursachen, auf um diese in den kleinen Müllbehälter seines Autos zu deponieren. Daraufhin setzt er sich sein Headset auf und kann in der Ferne beobachten, wie die Maschine landet.


  • Schließlich rollt die Maschine auf die Position und wird vom Marshaller eingewiesen. Sofort darauf legt Thalberg die Chocks an das vordere Fahrwerk, der Pilot schaltet die Triebwerke ab und das Loading Team, das mittlerweile eingetroffen ist, legt Chocks an das Hauptfahrwerk und stellt Warnkegel zur Absicherung vor und hinter den Triebwerken, an den Spitzen der Tragflächen und hinter dem Flugzeug auf. Währenddessen schließt Thalberg schon einmal das Kabel des Bodenstromgeräts an und startet den Generator. Nun stöpselt er sein Headset am Flugzeug ein und meldet sich beim Cockpit:


    "Flightdeck for Ground?"

  • Nachdem der Ramp Agent die Crew über die gesetzten Chocks und die angeschlossene GPU informiert hat, schalten diese die APU (das im Flugzeug eingebaute Hilfstriebwerk) ab und lösen die Parkbremse. Nachdem Thalberg ihnen bestätigt hat, dass das "Aircraft stabilized" ist, die Chocks das Flugzeug also vorm Wegrollen sichern, stöpselt er sich wieder aus. Nun folgt der "Walk-Around". Dazu läuft der Ramp Agent einmal um das Flugzeug herum und überprüft es auf offensichtliche Schäden. Der Walkaround endet am vorderen, rechten Ende des Flugzeuges, wo Thalberg zweimal an die Tür klopft und sofort fünf Schritte zurück geht. Kurz darauf klappt die Tür mitsamt eingebauter Treppe herunter. Nach einer kurzen Begrüßung mit der Purserin (der Kabinenchefin) gibt der Ramp Agent den Daumen nach Oben - die Passagiere können in den eben vorgefahrenen Bus aussteigen. Während Thalberg diese Prozedur überwacht, berechnet er mit seinem Tablet den neuen Ladeplan.

  • LIRF KLT022 SYF-OVM PREPARED BY FABIAN THALBERG

    LOADING INSTRUCTION

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    :CPT 2

    :NO FIT

    :

    :ACTUAL LOADING:

    :

    :

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    :CPT 5

    :ONLOAD :

    :OVM BY 10 R/

    : BT 0 R/

    : BC 0 R/

    :

    :ACTUAL LOADING:

    :

    :

    *************************************************

    :CPT 6

    :ONLOAD:

    :OVM C/ 23

    :

    :

    :ACTUAL LOADING:

    :

    :

    *************************************************


    THIS AIRCRAFT HAS BEEN LOADED IN ACCORDANCE WITH THE ABOVE INSTRUCTIONS AND ALL DEVIATIONS SHOWN ON THIS REPORT. ALL BULK LOAD HAS BEEN SECURED. ALL HOLDS WERE EMPTY BEFORE LOADING.

    PRINT NAME & SIGNATURE:


    THE LOADING REPORT DATA WAS TRANSMITTED TO THE LOADSHEET AGENT BY

    PRINT NAME & SIGNATURE:


    END OF REPORT

  • Nachdem Fabian den Ladeplan in seinem Fahrzeug ausgedruckt hat, übergibt er ihn an den Teamleader des Loading Teams, die das Flugzeug entsprechend den Anweisungen beladen. Die Passagiere sind mittlerweile ausgestiegen und daher begibt er sich ins Cockpit um dem Piloten seine neuen Flugpläne zu überreichen. Kurz darauf erhält er von diesem die Trip Info (eine Information bezüglich Tankdaten für den Tankwagen und später das Loadsheet) und begibt sich damit zum Tankwagenfahrer. 3.6 Tonnen werden heute getankt. Daraufhin brieft Fabian die Purserin, indem er ihr eine vorläufige Passagierliste (heute mit 56 Passagieren) ausdruckt und überreicht und ihr mitteilt, wie viele Sitze heute für die Business-Class vorgesehen sind (es sind die Reihen 1 bis 3, da es 4 Business-Class Gäste gibt). Nachdem er von Kapitän und Purserin das "Okay" bekommen hat, ruft er am Gate an und teilt seinen Kollegen dort, die in der Zwischenzeit schon einen Bus mit den Passagieren gefüllt haben, mit, dass der Bus jederzeit abfahren kann. Da noch einige Passagiere fehlen wird das Gate Personal bis 15 Minuten vor Abflug warten, ehe das Boarding geschlossen wird, damit der Bus das Flugzeug noch rechtzeitig erreicht und auch alle Passagiere noch ausreichend Zeit zum Einsteigen haben.

  • Schließlich war das Tanken beendet und Fabian unterschrieb den Tankbeleg um ihn dann unmittelbar ins Cockpit zu bringen. Als er wieder auf das Vorfeld trat fuhr gerade der Bus vor. Er trat die Stufen herunter, postierte sich mit genügend Abstand vor dem Triebwerk, damit kein Passagier in die Rotorblätter läuft, und gab dem Busfahrer den Daumen zum Öffnen der Türen. Während die Passagiere ausstiegen und das Flugzeug boardeten bekam Fabian vom Team Leader der Ladegruppe die Info, dass sie "14 mal Lokal in der 5 und 23kg Cargo in der 6" geladen hatten, was soviel bedeutete, dass 14 Gepäckstücke nur bis zum Zielflughafen dieses Fluges (also OVM) wollten und eben noch etwas Fracht dabei war. TB-Koffer, also solche, die am Zielflughafen direkt auf einen anderen Flug (dem Passagier als "Anschlussflug" bekannt) umgeladen werden sollen, hatte er nicht erwartet, da OVM jetzt nicht wirklich ein internationales Drehkreuz war.Kurzerhand gab er die Zahl 14 in sein Tablet ein, bestätigte die Cargo wie sie geplant war und schickte alles ab. Oben rechts aktualisierte sich sofort die Anzeige: Baggage: 14/14. Das Gepäck war also vollständig, also gab er den Ladern schon einmal das Zeichen die Ladeluken zu schließen. Da letzten Endes doch noch alle Passagiere gekommen waren brauchte Fabian nicht erneut Passagierlisten ausdrucken und konnte daher der Purserin lediglich mitteilen: "Boarding complete. Alle an Bord. 56+0." Er bog dann nach links ins Cockpit ab und fragte nach, ob der Kapitän das Loadsheet bereits auf sein Tablet erhalten hatte. Auch dies war der Fall, also verabschiedete sich der Ramp Agent, zunächst vom Cockpit, dann auch von der Purserin, und half ihr schließlich noch von außen die Tür wieder zu schließen. Fabian gab dem Kapitän das Zeichen zum starten der APU (Hilfstriebwerk, dass zum Anlassen der Haupttriebwerke benötigt wird), legte sein Tablet in sein Auto und nahm sich wieder das Headset um den "Pre-Departure-Walkaround" durchzuführen. Erneut ging er einmal um das komplette Flugzeug um es auf offensichtliche Schäden zu überprüfen. Währenddessen baute der Fahrer des Pushbacktrucks die Stange am vorderen Fahrwerk an und die Ladegruppe entfernte die Warnkegel, woraufhin sich je einer von ihnen am jeweiligen Hauptfahrwerk positionierte um auf Zeichen des Pushbackfahrers die Chocks zu entfernen. Ein anderes Mitglied der Ladegruppe hatte unterdessen vom Cockpit das Zeichen bekommen, die GPU entfernen zu dürfen und zog daraufhin den Stecker.

    Die Chocks am vorderen Fahrwerk wurden bereits gezogen.

    Nach seinem Walkaround verband Fabian schließlich die Pushbackstange mit dem Truck und stöpselte sich schließlich ein:

    "Flightdeck for Ground?"

    ...

    "Yes Sir, we are fully ready, the towbar is already connected and all my checks are completed."

    Einige Zeit später, die Chocks wurden zwischenzeitlich von allen Fahrwerken entfernt.


    ...

    "Okay Sir, clearance for pusback, facing south. Please relaese your parking break to start pushback."

    ...

    "Confirm, starting pushback and both engines are clear for start."

    Auf diese Aussage und einige Handzeichen des Ramp Agenten an den Pushbackfahrer hin setzt dieser seinen Truck in Bewegung und schiebt damit das Flugzeug langsam rückwärts aus der Parkposition hinaus. Fabian, der nebenher läuft, achtet dabei insbesondere auf alles was der sitzende Pushbackfahrer nicht sehen kann. Während sie sich so langsam rückwärts bewegen startet der Pilot zunächst Triebwerk 2 und dann Triebwerk 1. Schließlich wurde der Pushback beendet.


    "Flightdeck for Ground, please set your parking break, pushback is completed."

    ...

    "Okay, I will disconnect and give you a clear hand signal on your right hand side. Bye!"

    Während dieser Kommunikation hatte Fabian die Pushbackstange bereits am Flugzeug abgebaut und der Pushbacktruck sich entfernt. Dementsprechend musste der Ramp Agent nun bloß noch sein Headset ausstöpseln, die diesen Stecker schützende Klappe schließen, nochmal beide Triebwerke prüfen und sich schließlich auf Höhe des Cockpits zur Spitze der in "Fahrtrichtung" rechten Tragfläche begab um von dort aus den Piloten einen Daumen entgegenzustrecken: Alles Okay!

    Kurz darauf rollte die Maschine ab und in Richtung Startbahn und Fabian fuhr zurück ins Büro um seine Unterlagen zu sortieren, zu archivieren und seinen nächsten Auftrag abzuholen.