República Unida de Darusia

Allgemeines


Die República Unida de Darusia, umgangssprachlich auch Darusien genannt, ist ein Land im Osten Adrasteas, zwischen Dreibürgen im Norden, Gran Novara im Osten und Süden und Ascaaron im Westen gelegen. Im Land herrscht ein warmgemäßigtes bis medianisches Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Mit Schneefall ist für gewöhnlich nur in Gebirgslagen im Nordwesten des Landes zu rechnen. Das Land verfügt über einen schmalen Küstenstreifen, an dem auch die Hauptstadt Santiago de Darusia gelegen ist. Mit 70 Millionen Einwohnern auf 500.000 Quadratkilometern ist Darusien ein relativ dicht besiedeltes Land, besonders im Osten.


Politik


Politische Entscheidungen werden in Darusien in direkt gewählten Räten getroffen, von der lokalen bis zur nationalen Ebene. Im obersten Rat, dem Consejo Superior, stellt die Partido Socialista Unida mit 69% derzeit eine breite Mehrheit. Die PSU ging 2014 hervor aus der Vereinigung der Partido Socialista Independiente de Darusia (PSID) und der Partido Comunista de Darusia (PCD). Die PSID entstand im Sommer 2004, als sich die damaligen Sozialdemokraten an der Frage spalteten, wie mit dem Wahlbetrug durch die Unterstützer der ersten provisorischen Regierung nach der bürgerlichen Revolution umgegangen werden sollte. Während der rechte Flügel auf einem strikten Legalismus bestand organisierte der linke Flügel Massenproteste, die nach bewaffneten Zusammenstößen mit den Kräften der provisorischen Regierung in der Septemberrevolution gipfelten. Die PSID sollte fortan die darusische Politik in hohem Maße prägen. Die PCD war demgegenüber die traditionsreiche kommunistische Partei, die bereits während der Diktatur unter König Alfons XII. im Untergrund aktiv war. Während der Revolution arbeiteten PSID und PCD eng zusammen wenngleich es in späteren Jahren häufiger zu Konflikten kam. Die PCD warf der PSID unter anderem vor, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel nicht entschieden genug voranzutreiben und eine "bürgerliche Außenpolitik" zu betreiben, die zu sehr auf Verständigung setze. Trotz dieser Differenzen überwog jedoch der Wille, die Kräfte zu bündeln und eine gemeinsame sozialistische Partei zu bilden. Als größte Opposition zu den Sozialisten fungiert seit Ende der 2000er die katholische Linkspartei Izquierda Cristiana Unida, die ein geringeres Tempo bei der sozialistischen Umgestaltung fordert und mehr Möglichkeiten für privatwirtschaftliche Betätigung. Gesellschafts- und kulturpolitisch vertritt die ICU verglichen mit den Sozialisten wertkonservative Positionen und wird vor allem von der Landbevölkerung und progressiven Teilen der Kirche unterstützt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von lokalen politischen Zusammenschlüssen, die sich sowohl links als auch rechts von den Sozialisten positionieren.


Wirtschaft


Die darusische Wirtschaft ist wie jede entwickelte Volkswirtschaft der Gegenwart gekennzeichnet von einer abnehmenden Bedeutung der Agrarwirtschaft und der Industrie. Die Mehrheit der darusischen Bevölkerung ist im Dienstleistungssektor beschäftigt. Eine immer stärkere Rolle spielt in Darusien der Tourismus, besonders im warmen Süden des Landes und im gebirgigen Westen.


Hinsichtlich wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Lebensstandard befindet man sich auf einem durchschnittlichen adrasteischen Niveau. Der Beweis, dass der Sozialismus dem Kapitalismus überlegen ist, muss zwar noch erbracht werden, mit schweren Krisen und Abwanderungsbewegungen hat man bislang jedoch nicht zu kämpfen. Für besondere Zufriedenheit sorgen Arbeitsplatzsicherheit, existenzsichernde Löhne, niedrige Mieten und Lebensmittelpreise. Für Unmut sorgt dagegen manchmal eine im Vergleich zu kapitalistischen Ländern geringere Produktvielfalt. Man kann den Unterschied gut an der Ausstattung der Lebensmittelmärkte illustrieren. Während man in einem dreibürgischen oder astorischen Supermarkt in der Drogerieabteilung z.B. etwa 30 verschiedene Sorten Zahnpasta finden würde, sind es in Darusien für gewöhnlich höchstens eine Handvoll. Die Geschäfte sind in Darusien im Allgemeinen eher spartanisch ausgestattet und auf ansprechende Präsentation der Waren wird wenig Wert gelegt, häufig stehen diese einfach in Kartons auf dem Boden. Man hat offenbar nicht das Ziel, Leute gezielt zum kaufen zu animieren sondern ist der Meinung, dass Sachen, die gebraucht werden, auch gekauft werden. Die Auswahl an Produkten mag eher gering sein, Warenknappheit ist allerdings die Ausnahme.


Geschichte


In der Antike war das Gebiet des heutigen Darusien in Gestalt der Provinzen Rusia Citerior und Rusia Ulterior Teil des Imperium Remanum. Mit dem Zerfall des Reiches bildeten die remanisierten Stämme eigene Territorien aus, die sich während des Früh- und Hochmittelalters in andauernden Konflikten befanden. Erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts konnte sich unter dem Grafen von Trastamara die erste Zentralgewalt etablieren. Als Alfonso I. begründete er 1403 das Königreich Darusien.


(1500-1900 noch unklar)


Im Zuge einer tiefen Wirtschaftskrise und einer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Herrschaft Felipes VI. kam es 1921 zum Sturz der Monarchie und der Errichtung der ersten darusischen Republik. Obwohl grundlegende Umwälzungen der Produktionsverhältnisse ausblieben sabotierten Großkapital und Großgrundbesitz von Beginn an die Möglichkeit einer bürgerlich-demokratischen Entwicklung. Die Verachtung der auf die politische Bühne getretenen Volksmassen und die Furcht vor dem Verlust von Eigentum und Privilegien waren so groß, dass man sich nach einem starken Mann sehnte, der Sicherheit versprach vor der immer stärker werdenden Arbeiterbewegung. 1936 putschte ein Teil des Militärs mit Unterstützung von Großgrundbesitz, Großkapital und Teilen der Kirche gegen die bürgerliche Regierung. Die Putschisten rechneten jedoch nicht mit dem heftigen Widerstand in der Arbeiterbewegung und in Teilen des progressiven Bürgertums. Erst nach einem dreijährigen Bürgerkrieg gelang ihnen der Sieg. Unter dem jungen Carlos VII. aus dem Hause Boburgo wurde die Monarchie wiederhergestellt, doch das Zentrum der Macht lag vorerst bei General Antonio Suárez. Nach dem Tode des Generals 1975 übernahm der König selbst die Regierungsgeschäfte bis zu seinem Tod 1989. Sein Sohn Alfons XII., der ihm auf den Thron folgte, erwies sich zunehmend als unfähig, den wirtschaftlichen Niedergang des Landes aufzuhalten und auf die beginnenden Unruhen Ende der 90er Jahre reagierte er mit weiter verschärfter Repression. Nachdem Anfang der 2000er das Land immer tiefer in eine Finanz- und Wirtschaftskrise abrutschte, stürzte die liberale Bourgeoisie im Mai 2004 mit Hilfe der Sozialdemokraten und der Kommunisten die Monarchie und errichtete die zweite darusische Republik. Doch bereits die ersten freien Wahlen im Juli waren von einem großen Skandal überschattet. Um einen befürchteten Wahlsieg der Sozialdemokraten und der Kommunisten zu verhindern begingen die Liberalen im großen Maßstab Wahlbetrug. Die Kommunisten nutzten diese Gelegenheit, um ihrer Überzeugung Nachdruck zu verleihen, dass nur der Bruch mit den kapitalistischen Produktionsverhältnissen einen wirklichen Neuanfang für Darusien ermöglichen kann. Die Sozialdemokraten waren sich noch uneins, wie sie mit der Situation umgehen sollten. Während der rechte Flügel um Isabella Montez und Miguel Zapatero eine Beschränkung auf rein gesetzliche Protestmittel forderte und jede weitere gesellschaftliche Umwälzung ablehnte, war der linke Flügel um Augusto Rivero und Juan Rivera davon überzeugt, dass eine dauerhafte demokratische Entwicklung nur nach der Aufhebung des Adels und der Zerschlagung des Großkapitals möglich ist und forderte zu diesem Zweck eine Einheitsfront mit den Kommunisten. An dieser Frage spaltete sich schließlich die Partei und der linke Flügel gründete sich neu als Partido Socialista Indepediente de Darusia (PSID).Die fortgesetzte Weigerung der rechten Sozialdemokraten, der Liberalen und der übrig gebliebenen Anhänger der Monarchie, Neuwahlen durchzuführen führte zu wochenlangen Massenprotesten im ganzen Land. Auf dem größten Platz der Hauptstadt, dem Plaza de la Reina, später Plaza de la Revolución genannt, nahm am 18.9.2004 der Umsturz schließlich seinen Anfang. Überall in Ostdarusien übernahmen revolutionäre Räte die Macht, in denen die Sozialisten und die Kommunisten die Mehrheit stellten. Die bürgerliche provisorische Regierung floh in den weniger stark entwickelten Westen des Landes und etablierte sich vorläufig in Aviles. Damit existierten erstmals in der Geschichte de facto zwei darusische Staaten, die sich gegenseitig die Legitimität absprachen. Aufgrund innerer Uneinigkeit der antirevolutionären Kräfte war die bürgerliche provisorische Regierung jedoch handlungsunfähig und trat am 21.12.2004 zurück. Am Tag darauf wurde die Wiedervereinigung unter sozialistischen Vorzeichen vollzogen. Es folgten turbulente Jahre des Aufbaus und der internationalen Behauptung, erst Anfang der 2010er konnte man von einer Normalisierung der Lebensverhältnisse sprechen.