Land und Leute

LANDESBESCHREIBUNG


Der Freistaat Korland ist mit etwa viereinhalb Millionen Einwohnern auf knapp 50.000 qkm ein eher dünn besiedelter und überwiegend ländlicher Staat.



Das Klima ist noch wargemäßigt, aber vor allem in der kalten Jahreszeit schon recht kühl (der Jahresdurchschnitt liegt zwischen 6 und 7° Celsius) und die Winter sind lang und schneereich. Dennoch ist das Land eine Kornkammer, wie es der Name fast schon andeutet. Die ertragreichen Böden bringen reiche Ernten hervor. Im SÜden des Landes findet sich kräftiges Rotwild, im Norden gibt es Elche.

Vom Norden ausgehend finden wir die reizvolle Küste mit ihren Haffen, Nehrungen und bernsteinhaltigen Steilküsten. Das Landesinnere weist zahlreiche größere und kleinere Seen auf, die die Landschaft prägen und zu einer schönen Wolkenbildung beitragen. Das nördliche und südwestliche Korland ist von welligem Hügelland gekennzeichnet, über das sich gelegentlich Moränen erheben. Der Südosten Korlands ist ein echtes, wenn auch mit der höchsten Erhebung von 460 Metern kein besonders hohes Mittelgebirge.

Die wichtigsten Bodenschätze sind Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Silber, Kupfer, Bernstein, Stein und Kalosalz, Anhydride, Phosphorite und Torf.


POLITISCHE GLIEDERUNG


Korland gliedert sich in sechs nach den gleichnamigen Bezirkshauptstädten bezeichnete Regierungsbezirke, den Bezirk der Hauptstadt Kaisersburg, sowie die Regierungsbezirke Pellkallen, Insterberg, Ortelstein, Allenberg und Weilburg. Diesen BEzirken steht jeweils ein von der Staatsregierung ernannter Regierungspräsident vor. Darunter erfolgt eine weitere Untergliederung in Landkreise, Ämter und Gemeinden. Eine Darstellung der einzelnen Regierungsbezirke findet sich unter dem Punkt Regierungsbezirke.


WIRTSCHAFT


Die Korische Wirtschaft spiegelt in ihrer Struktur (große Fertigungstiefe, kleine Betriebsgrößen) die Autarkiebemühungen wieder, die sich insbesondere seit der Regierung Degenberg durch die korische Politik zogen. Analog dazu herrscht in vielen Bereichen ausgesprochener Protektionismus vor, der sich in der Gemeinschaft von relativ hohen Zöllen und von internationalen Standards abweichenden technischen Normen zeigt. Der erreichte Lebensstandard und die Produktivität je Beschäftigten entspricht in etwa dem eines modernen Industrielandes Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre, wobei auf die Landwirtschaft mit ihren Überschüssen noch ein vergleichsweise größerer Anteil entfällt. Das ist, neben politischen und gesellschaftlichen Gründen, einerseits mit den Rohstoffgegebenheiten und andererseits mit den ertragreichen Böden begründet.


Wirtschaftspolitisch und -ethisch unterscheidet sich Korland auch sonst von manch anderen Ländern und zwar sowohl von den liberalen Marktwirtschaften als auch von den sozialistischen Planwirtschaften. Ist Korland in seiner Gänze sicher weitestgehend noch als eine Marktwirtschaft zu klassifizieren, so ist doch mitunter aber keineswegs durchgehend die Verquickung von Politik und Wirtschaft weit größer als das in einer freien Marktwirtschaft der Fall wäre.


Es gibt auch immer noch etliche Staatsbetriebe, die kaum zur Disposition stehen, da Korland nie von den Liberalisierungserscheinungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts betroffen war, ja im Gegenteil eine kameralistische Haltung, dass diese Betriebe den Haushalt stärken sollen und somit die privaten Unternehmer entlasten, herrscht vor.


In einigen Wirtschaftszweigen fehlt es auch schlicht an inländischer Konkurrenz. So erwies sich in diesen Fällen, etwa in Form von Mindest oder Höchstpreisen, eine staatliche Regelung für nötig. Die Eisenbahn, das Post- und Fernmeldewesen, Teile des Bergbaus und der Montanindustrie sowie des Schifffahrts- und des Luftverkehswesens sind in Staatsbesitz und werden als Behörden geführt. Wer in Korland seinen Arbeitsplatz einmal gefunden hat, der hat ihn - unabhängig ob beim Staat oder in der freien Wirtschaft - meist sein Leben lang, Kündigungen aus eigenem Antrieb oder Entlassungen kommen zwar freilich vor, sind aber kaum die Regel und haben im öffentlichen Verständnis, zumindestens wenn sie nicht einvernehmlich geschehen, etwas leicht Anrüchiges.


Man lässt weder den Arbeitgeber im Stich, noch kündigt man, wenn es nicht unvermeidbar ist, einem Angestellten. Nicht nur die klerikalfaschistische Regierung Degenberg hat es begünstigt, es ist im Wesen der Koren seit jeher veranlagt als ein christlicher Orden das Land schuf. Wucher etwa wurde unter den Ordensrittern scharf unterbunden.


Da die Gewinne der Staatsbetriebe meist den Haushalt entlasten ist die Steuerlast für die private Wirtschaft relativ niedrig. Zu Zeiten der Degenberg-Diktatur war die Wirtschaft nach Prinzipien gegliedert, die sich im Grundsatz an den mittelalterlichen Gilden und Zünften orientierten. In nationalkonservativen Kreisen wird die Wiedereinführung mitunter kontrovers diskutiert. Gerade in der Zeit der Diktatur wurden Staatsinteressen und Vorhaben der Wirtschaft koordiniert. Neben massiven Eingriffen in den Rüstungssektor sowie den Schiffbau, sind auch die Kohlenchemie oder beispielhaft die Entwicklung der ersten eigenen farbenphotographischen Materialien zu nennen.


RELIGION


Korland ist ganzüberwiegend ein protestantisches Land, mehr als 80 v. H. der Koren bekennen sich zum protestantischen Glauben. Gemäß der Verfassung hat die evangelische Kirche die Stellung einer Staatskirche. Knapp 16 Prozent der Bevölkerung sind katholische Christen, die meisten davon im Regierungsbezirk Ortelstein. Etwa ein halbes prozent ist jüdischen GLaubens, daneben gibt es wenige Christen anderer Konfessionen und weniger als ein Prozent sogenannte Nichtgläubige. Freilich nehmen nicht alle Koren religiöse Pflichten besonders eng, aber die formale Zugehörigkeit zu einer Kirche gilt den meisten Koren welcher politischer Überzeugung oder gesellschaftlichen Stellung auch immer als so selbstverständlich wie das tägliche Brot. Selbst die Mitgliederlisten der Kommunisten belegen, dass viele von Ihnen dem Pfarrer doch mehr Glauben geschenkt haben als dem Manifest.


Die Auswirkungen des vorherrschenden Protestantismus auf Korland sind ambivalent, es wurde mehrmals behauptet dass Korland durchaus sehr protestantischen Züge trägt , der Kore gilt als beharrlich und arbeitssam, diszipliniert und pflichtbewusst, trotzdem aber gerade auf dem Land auch etwas verträumt und nach getaner Arbeit durchaus gesellig und gemütlich. Da in Korland nie eine wirkliche Hauptauseinandersetzungslinie zwischen Protestantismus und Katholizismus verlaufen ist, sind die Fronten in dieser Hinsicht nicht verhärtet. In der Geschichte wurde wenig versucht, die Gruppen gegeneinander auszuspielen, sondern das einende des Christentums betont. Es war den Herzögen viel mehr daran gelegen Menschen in ihr über lange Zeit dünn besiedeltes Land zu holen.


Auf Grund der KOlonisation durch christliche Ordensritter, deren Kreuz man noch allenthalben im Lande sieht, spendet der Glaube Identifikation und ist aus Korland nicht wegzudenken. Der christlich-nationale Diktator Heinrich Degenberg, dessen Politik mehr als einmal als eine Spielart des Faschismus bezeichnet worden ist, soll in den 30er Jahren neuheidnischen Gruppen einmal - wenn auch mehr im übertragenen Sinne - offen mit dem Scheiterhaufen gedroht haben. Das im Leben der Koren verwurzelte Christentum hat sie doch immer recht konservativ und bodenständig erscheinen lassen, sei es nun als verantwortliche Staatsbeamte, als Bauern oder neuerdings als Industrielle.