Geschichte Korlands (2015-2020)

SOMMER UND HERBST 2015


Im Sommer / Herbst 2015 zeichnet sich eine katastrophale Ernte ab, Korland, das mit seiner veralteten Industrie und dem ebenso veralteten Dienstleistungssektor devisentechnisch
stark auf die Landwirtschaft angewiesen ist, gerät nun nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ins Schlingern. Ein letztes Mal ist man dazu in der Lage das durch verstärkte Exportanstrengungen aller Bereiche und das Aufbrauchen der Devisenreserve abzuwenden. Zur gleichen Zeit schwingt sich Engelbert Scheuersmann zum Kanzler des Freistaats auf.


2016


Die Missernten wiederholen sich. Nun wird alles exportiert was nicht niet- und nagelfest ist, gleichzeitig müssen hohe Kredite in Devisen aufgenommen werden, der Import ausländischer Güter wird stark gedrosselt, im folgenden bilden sich Schlangen vor den Geschäften, die Lebensmittelversorgung wird für die Unterschicht recht elementar. Im Herbst / Winter kommt es zu starken Regenfällen und hoher Sterblichkeit, auch wegen dem Fehlen von Medikamenten. Nun beginnt auch die Arbeitslosigkeit zu steigen. Hier sei angemerkt dass wenig Arbeitslosigkeit und zumindestens ein großer Überschuss an
Nahrungsmitteln für das Selbstbild entscheidend war.


2017


Auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit gelingt es kaum noch, die Exportsubventionen für die nötige Exportoffensive kaum noch konkurrenzfähige Industrie aufzubringen, auch die Lage in
der Landwirtschaft bessert sich nicht schnell genug, dazu kommt, dass auch die Kunstdüngerproduktion wegen Devisenmangels so langsam ins Stocken gerät, soweit ausländische Rohstoffe benötigt werden. Es entwickelt sich eine Inflation, da der Taler im Ausland auch wegen fortlaufender Kreditaufnahme beständig an Wert verliert. Um soziale Unruhen zu vermeiden, werden die Preise für die immer

teurer gewordenen Grundnahrungsmittel eingefroren. Es kommt noch dazu aber zu Schlangen und Nichtverfügbarkeit. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es in der Unterschicht wieder ernsthaft Hunger.


2018


Wieder Missernten und starke Regenfälle, zahlreiche Kohlegruben und andere Bergwerke laufen voll, dadurch bricht auch die Stromversorgung in weiten Teilen zusammen, Korland ist wirtschaftlich so gut wie am Ende und bekommt kaum noch Kredite, um die Grundversorgung sicherzustellen und dennoch will die Regierungen keinen Millimeter von der Autarkieideologie abweichen. Gleichzeitig wird die Arbeitslosenunterstützung halbiert. Ein Heer von Arbeitslosen sieht sich existenziellen Nöten ausgesetzt. Nun kommt es zu Aufständen, die von der Landwehr blutig niedergeschlagen werden. Daraufhin brechen diverse Nationen die diplomatischen Beziehungen ab und drohen mit militärischen Mitteln einzugreifen.


2019


Weitere Zuspitzung der bereits drastischen Situation. Die wirtschaftliche Lage ist so schlecht, dass es zu Erhebungen und Hungermärschen kommt, die wieder brutal niedergeschlagen
werden. Es gibt nun auch in signifikanten Maß Hungertote im Winter. Die Herzogsfamilie, die seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Seyffenstein lebt, wendet sich mit einem
flammenden Appell an Volk und Regierung, das Trauerspiel doch endlich zu beenden.


2020


Nachdem sich die Lage in Korland immer weiter zuspitzt knickt die Regierung unter der Führung von Kanzler Scheuersmann zum Teil ein. Man fragt in Nordhanar um Unterstützung an. Nordhanar gewährt diese im Rahmen seiner Möglichkeiten, knüpft diese aber an Bedingungen. Unter anderem daran dass Demonstrationen wieder erlaubt werden, und auch die Gründung von Parteien wieder legalisiert wird. Korland kommt dieser Forderung zwar nur zum Teil nach, aber Nordhanar ist damit für den ersten Moment zufrieden gestellt. Die Gründung von Parteien ist wieder gestattet, allerdings müssen sich diese Parteien in Fragen der Außen und Verteidigungspolitik der Vaterländischen Front unterordnen, und noch dazu müssen sie auch den Führungsanspruch der VF akzeptieren. Weiters müssen sich diese Parteien, mit Ausnahme der VF, im Vaterländischen Block vereinen.


Nordhanar hat jedoch nach diesen Vorgängen wieder offizielle diplomatische Beziehungen zu Korland aufgenommen, und Hilfsgüter nach Korland geschickt. Gleichzeitig wurde die nordhanarische Gesandtschaft in Korland wiedereröffnet. Jedoch wächst der Unmut im Volk weiter. Man verdächtigt Nordhanar an der ganzen Situation überhaupt erst schuld zu sein.


Im Zuge von gewalttätigen Massendemonstrationen im Juni und Juli des Jahres 2020 wurden mehrere Polizisten getötet, weiters stürmten einige Soldaten die nordhanarische Gesandtschaft in Kaisersburg. Auch wenn das Ziel der Gefangennahme des Gesandten nicht erreicht wurde, so gelang es den Demonstranten doch diesen anzuschießen. In Syffia waren daraufhin der Geduldsfaden der Regierung fast gerissen. Man dachte über einen offenen Einmarsch in Korland nach. Dieser wurde jedoch für das erste noch zurückgestellt. Man begnügte sich mit einer militärischen Rettungsaktion des Gesandten. Am Abend des 13.07.2020 wurde dieser Gesandter von einer nordhanarischen Spezialeinheit zusammen mit dem Rest des Personals der Gesandtschaft evakuiert.


Von Seiten des Kaiserthums wird nun versucht deeskalierend aufzutreten, und auf diplomatischem Wege eine Lösung zu finden.