"Dieses Chance sollten wir nutzen" Tessa Berenguer im Gespräch mit dem Wirtschaftskammerpräsidenten Mag. Theo Vorderholzer

"Dieses Chance sollten wir nutzen" Tessa Berenguer im Gespräch mit dem Wirtschaftskammerpräsidenten Mag. Theo Vorderholzer


Der Zuzug von dreibürgischen Fachkräften ins Land hat in den letzten Monaten und Wochen zugenommen. Während einige dies als "feindliche Übernahme" sehen, begrüsst der Wirtschaftskammerpräsident Theo Vorderholzer und sieht es als Chance, dass die Wirtschaft sich wieder erholen kann. Dies würde einer Vergrösserung des Know-Hows führen. Tessa Berenguer führte das Gespräch mit dem Wirtschaftskammerpräsidenten in seinem Firmenbüro in Lumberg wo er als Geschäftsführer einer IT-Firma tätig ist.


Herr Vorderholzer. vielen Dank dass Sie sich zu diesem Gespräch bereit erklärt haben.


Ich freue mich ebenfalls Frau Berenguer, auch wenn es etwas hektischer hier zugeht.


Dann kommen wir doch direkt zu meiner ersten Frage: Spüren Sie die sogenannte "feindliche Übernahme" Ihres Unternehmens schon? lacht


Muss lauthals loslachen: Auf jeden Fall ich überlege mir schon nach Albernia auszuwandern... Spass beiseite: Nein ich spüre gar nichts Konkurrenz belebt ja das Geschäft und spornt uns ja auch an, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Und mit den Kollegen aus Dreibürgen herrscht ein sehr guter Umgang und von einer "feindlichen Übernahme" kann man hier nicht reden. Also die Statistiken die die Wirtschaftskammer ausgewertet hat, zeigen, dass wir zwar eine verstärkte Einwanderung von Fachkräften aus Dreibürgen haben, aber dass die "dreibürgischen Unternehmer" in der Überzahl sind und Nordhanar "versklaven" wollen, dass halte ich für eine abstruse Theorie, die man nur aufrecht erhalten kann, wenn man die Daten nicht kennt.


Ergo ist die sogenannte "Dreibürgisierung" ein Märchen.


Ja und dazu noch ein schlechtes. Viele Leute die aus Dreibürgen kommen, die sind bereit sich zu integrieren. und die nehmen auch die Staatsbürgerschaft an. Das beste Beispiel ist die Baronesse von Schaumbad-Nippel oder Dr. Alexander Reich. Es gibt also in den Gebieten wo Imperianisch gesprochen wird nicht so grosse Probleme. Was die anderen Reichsländer betrifft, ist die Kommunikation ab und zu schwierig dies kann ich verstehen. Mir fiel es auch nicht leicht Sprachen wie Valbronnisch oder Mirskisch zu lernen, dass hat seine Zeit gebraucht.


Jetzt gibt es unter den Neuzuzügler auch Prominente, die anecken wie Venceslao di Strapinski. Er wird ja heute noch für Ereignisse um Putsch im Herbst 2015 und die Machtübernahme von Gotha gemacht. Und einige seiner Aussagen sind auch nicht gerade "moderat" was meinen sie dazu.


Also zu Herr di Strapinski, ich bin wirklich kein Freund vom dem Mann, weil er ein reiner Showman ist, dass ist mein persönlicher Eindruck. Auch mit seinen früheren politischen Ansichten kann ich nicht viel anfangen und für die Ereignisse während des Herbsts 2015 wie auch dem Aufstieg von Gotha trägt er eine gehörige Mitverantwortung. Meiner Ansicht soll er aber hier eine neue Chance bekommen, er ist ja kein Staatsbürger, sondern Gast, und dass bedeutet auch für ihn, dass er sich an den Gepflogenheiten des Landes zu orientieren hat. Und soweit ich weiss haben auch die Behörden in San Vezzano, dass ist meine Kenntnis, ihm klargemacht, haben das er hier als Gast willkommen ist, aber sich auch dementsprechend zu benehmen hat. Also er kann sich den gesetzlichen Auflagen nicht entziehen und er muss wie jeder andere damit rechen, dass wenn er ein gewisses Fehlverhalten den Tag legt auch zur Verantwortung gezogen werden kann. Das gilt für alle Personen die sich innerhalb des Staatsgebiets aufhalten. Und wer weiss vielleicht ist er ein anderer Mensch geworden.


Warum emigrieren soviele Leute aus Dreibürgen eigentlich nach Nordhanar anstatt nach Bergen oder Turanien? Schliesslich war Nordhanar lange als Auswanderungsland bekannt.


Nun dass dies eine neue Situation für unser Land ist sehe ich. Tatsächlich waren wir aufgrund der vielen Bürgerkriege, der Staatsstreiche, etc eher ein Land das für den Fachkräftemangel und die Abwanderung bekannt war. Das hat sich aber nach der ganzen Diktatur etc. geändert wir haben einen Aufschwung, wir sind auf dem Weg zum Boom, es wird zwar noch ein wenig dauern, aber er wird kommen.


Einer der Gründe ist, das zwischen Nordhanar und Dreibürgen sehr engen politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen bestehen und weil hier immerhin eine gewisse Stabilität vorherrscht, auch wenn der Brülitz-Putsch, die Stabilität und das Vertrauen in die Monarchie ein wenig erschüttert hat. Und ich denke die Liberalität die hier vorherrscht. Ich würde sagen unser politisches System ist liberaler als in Dreibürgen. Und es die Kultur ist auch nicht so extrem vom Militär durchsetzt, wie das in der Vergangenheit der Fall war.


Stichwort "Dreibürgen". Als Präsident der Wirtschaftskammer beobachten Sie doch die aktuellen Entwicklungen im Kaiserreich, was macht Ihnen sorgen?


Die Verrohung der politischen Sprache und die politische Entwicklung gesamthaft sind bedrücken und beunruhigend. Als ich vor 8 Jahren in den Vorstand der Wirtschaftskammer gewählt worden bin, ich war damals Leiter des Ressorts "Aussenhandel" hatten wir grossen Respekt von Dreibürgen, weil auch wenn die Gesellschaft sehr stark militarisiert war, es doch gewisse Freiräume gab. Also ich erinnere nur an die Ehe für Alle die es in Werthen bis vor kurzem gab und jetzt durch eine Verfassungsrevision gestrichen wurde. Man merkt dass in den Kolonien, wo wieder ein härteres Regime aufgefahren wird. Es ist ein sehr starker Rechtsruck, der meiner Meinung nach Dreibürgen selber schadet. Also man hat auch schon davon gehört, das Unternehmen die sich politisch nicht so verhalten haben wie es gewisse Kreise wünschen, keine Aufträge mehr erhalten. Das ist ein Angriff auch Wirtschaftsfreiheit und kann nicht toleriert werden. Und mein Gefühl ist, dass dies Politik immer stärker auf das Militär und den RFS zugeschnitten wird und die Wirtschaft vernachlässigt wird. Es scheint dass die Wirtschaftskrise eine politische Krise ausgelöst hat.


Man hört ja oft das Dreibürgen sich in einem Reformstau befindet. Stimmt das so?


Also es ist schon ein bisschen so, dass sich die Politik blockiert. Es gab 2015 eine sehr fortschrittliche Verfassungsreform, die vom damaligen Reichsjustizminister Dr. Nehremann, der ein hervorragender Jurist ist eingereicht wurde und vom Reichstag in mit einer beeindruckenden Mehrheit auch mit Stimmen der Opposition als der NOVA etc. verabschiedet wurde. Als die Reform in den Bundesrat kam, wurde dieses sofort von diese von den Fürsten torpediert. Man hat das auch ganz gut gesehen, als die NOVA-Regierung unter Fuhrmann im Amt war, dort wurde jeder Gesetzesentwurf im Bundesrat versenkt, weil die Fürsten zu störrisch waren um etwas zu verändern. Ja und jetzt zahlt Dreibürgen den Preis für diese "Lame duck" wie es die Astorianer und Albernier nenen . Stagnation des politischen Systems, dass nicht mehr zeitgemäss ist und reformiert werden muss. Aber wenn ich mir das ganze so anschaue, ist das in Dreibürgen nur möglich wenn die sogenannten "reichstreuen" Parteien sich einsichtig zeigen oder es zu einer kompletten Umkrempelung des Systems kommt. Also wenn nicht bald etwas unternommen wird, da riskieren der RFS und auch die Fürsten, dass Ihnen das Schicksal vieler monarchistischer Funktionsträger droht, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und die Monarchie wird in Dreibürgen an Zustimmung einbüssen, darunter leiden wird leider Zivilbevölkerung.


Sie sind nicht gerade begeistert von dieser Entwicklung.


Nein natürlich nicht. Dreibürgen ist schliesslich einer unseren wichtigsten Handelspartner und es ist Schade, weil so schadet man dem Wirtschaftsstandort Dreibürgen und den Wirtschaft allgemein. Das ist natürlich auch ein Bremsklotz für die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern.


Planen Sie nach Dreibürgen zu reisen um mit Ihrem Pendant zu


Tatsächlich plane ich mit dem Präsidenten des Reichsverbandes der Arbeitgeber ein Treffen und ich werde ihm natürlich die Sorgen und Bedenken unserer Unternehmungen und auch meine Sorgen mitteilen. Da will ich auch reinen Tisch machen.


Wird es auch zum Treffen mit politischen Persönlichkeiten kommen?


Ich glaube nicht. Also natürlich werden wir versuchen mit den Leuten in der Regierung zu reden, aber dass wir nicht einfach, weil wenn ich mir Augustburger Erklärung so ansehen, noch viel Lernbedarf seitens der Regierungspolitiker besteht.


Eine Frage zum Abschluss. Sehen in dieser ganzen Sache eine Chance oder eine Herausforderung?


Es ist beides zugleich. Aber ich denke eher eine Chance die wir nutzen sollten. Es ist wichtig dass wir jetzt in unserer Wirtschaft aufholen und beweisen können, dass wir die entsprechenden Möglichkeiten haben um eine gesunde Volkswirtschaft aufzubauen.


Vielen Dank für das Gespräch, Herr Vorderholzer.


Ich danke Ihnen.


Das Gespräch führte Tessa Berenguer.