Die neofeudalistische Agenda der CRB

Ein Kommentar von unserem Chefredakteur Herbert Ewert


In einem mutigen Interview, prangerte das ehemalige Dienstmädchen Sarah Voß die prekären Arbeitsbedingungen im Haushalt der ehemaligen CRB-Parteivorsitzenden von Eylau an. Ihr Beispiel zeigt, welch eklatanten Handlungsbedarf es nicht nur in der Arbeitswelt der Dienstmädchen und Dienstboten hierzulande gibt. Voß schilderte wie Sie gezwungen wurde, im Schloss Ihrer Arbeitsgeberin einzuziehen und Ihr rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen. Hier ist der Gesetzgeber aufgefordert mit einer Arbeitsrechtsgesetzgebung die tägliche Arbeitszeit zu begrenzen und Ruf- und Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit anzurechnen und angemessen zu bezahlen. Der Staat steht in der Pflicht die Arbeitnehmer vor missbräuchlichen Arbeitsbedingungen zu schützen. Dazu gehört auch eine hinreichende auch örtliche Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit. Arbeitnehmer sollten nur unter unter guter Begründung arbeitsrechtlich dazu verpflichtet werden können, im Haus Ihres Dienstherrn zu leben. Dazu könnte z.B. die Pflege einer bettlägerigen Person gehören, nicht aber die Betreuung einer 32-Jährigen Adeligen.


Die unhaltbaren Arbeitsbedingungen im Haushalt einer der führenden CRB-Politiker, spiegelt sich wie in einem Brennglas auch in den sozialpolitischen Vorstellungen der Partei wieder. Die CRB setzt in der Armenfürsorge auf private und kirchliche Stiftungen statt einer gesetzlichen Sozialversicherung. Das Ziel hinter dieser Programmatik wird am Beispiel der Causa Voß deutlich. Nicht etwa christliche Nächstenliebe ist das Motiv der CRB, sondern vielmehr eine neofeudalistische Agenda mit der Arbeitnehmer entrechtet und in Abhängigkeit zu Ihrem Arbeitgeber gebracht werden sollen. Nicht ganz zu unrecht, spricht Sarah Voß über sich und Ihre Kolleginnen bisweilen als "Sklaven".


Die erschütternden Berichte von Sarah Voß sollten das gesamte linke Lager wachrütteln. Parteien und Gewerkschaften müssen Seite an Seite für die Rechte der Arbeitnehmer kämpfen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über die Frage des Sozialsystems und des Wohnraums, muss aber auch die Idee der "Selbsthilfe der Arbeiterschaft" wiederbelebt werden. Dazu gehört z.B. eine (nicht-staatliche) Arbeiterwohlfahrt, die Konsumgenossenschaften und der gewerkschaftliche und genossenschaftliche Wohnungsbau. Es gilt ein starkes Gegengewicht zur neofeudalistische Agenda aufzubauen.

Kommentare 1

  • Frage mich was das soll, wenn es diesem jungen Ding, doch so schlecht erging, weshalb hat sie dann nicht erst einmal die für sie Zuständige , sprich die Hausdame eingeschalten.

    Man rennt doch nicht zur Presse und erzählt Interna.

    Also ich bin gewinn nicht der Ansicht der Frau Carola Bawor von Stakonitz aber, die Instanzen müssen nun einmal gewahrt bleiben.

    Hausdame und Butler sind für das gesamte Personal die erste Instanz und an jene habe sie auch ihre Wünsche uns Klagen zureichten.

    Man soll dieses Dienstmädchen auf eine so genannte "Schwarze Liste" setzen, so das alle Herrschaften vor ihr gewarnt werden.